Erstellt am 29. Dezember 2015, 05:13

von Martin Gebhart

NÖ Arbeitsmarkt: Keine Entspannung. Zahl der Arbeitslosen steigt auch im Jahr 2016. Der Arbeitsmarkt bleibt für die NÖ Landesregierung und das Arbeitsmarktservice (AMS) eine enorme Herausforderung.

Im Jahresschnitt wird im Jahr 2016 vom AMS mit rund 64.100 Jobsuchenden gerechnet.  |  NOEN, APA/HERBERT PFARRHOFER

Auch im kommenden Jahr wird die Zahl der Arbeitslosen im Land ansteigen. Beim AMS wird mit einer Arbeitslosenrate von 9,7 Prozent gerechnet. Der Bundestrend allerdings wird bei 10 Prozent liegen.

AMS-Landesgeschäftsführer Karl Fakler gibt sich keiner Illusion hin: „Die internationalen Rahmenbedingungen sind für die Entwicklung der Wirtschaft und des Arbeitsmarktes in Österreich unvorteilhaft. Dieses Szenario wird uns ziemlich wahrscheinlich bis ins Jahr 2019 begleiten.“ Dabei rechnen die Wirtschaftsforscher mit einem Anstieg des Wirtschaftswachstums. Und auch die Steuerreform sollte die Inlandsnachfrage und somit das Wachstum ankurbeln. In Summe sei aber alles noch zu schwach, um die Situation am Arbeitsmarkt nachhaltig entspannen zu können, so die Prognose des AMS.

NÖ Arbeitsmarkt: Die Entwicklungen 2016

Die konkreten Erwartungen an 2016:

Erstens: Die Zahl der niederösterreichischen Beschäftigten wird um rund 7.200 Personen – ein Plus von 1,3 Prozent – auf 578.500 Beschäftigte im Jahresdurchschnitt ansteigen. Wobei die Zahl der geleisteten Arbeitsstunden nicht im gleichen Ausmaß wie die Arbeitsplätze ansteigt. Letztere werden in Form von Teilzeitjobs auf mehr Köpfe verteilt. Dennoch gibt das Fakler ein wenig Hoffnung: „Wir rechnen aber dennoch mit einer konstanten beziehungsweise leicht steigenden Nachfrage nach Arbeitskräften. Wir können das bereits an einem verstärkten Zugang an freien Stellen, die uns die Unternehmen im letzten halben Jahr zur Besetzung gemeldet haben, ablesen.“ Und: „Wir werden diese Dynamik bei der Personal- und Jobvermittlung intensiv nutzen.“

Zweitens: Im kommenden Jahr wird die Zahl der Jobsuchenden in NÖ geringer steigen als jene der Aktivbeschäftigten. Dennoch wird die 60.000er-Grenze überschritten. Im Jahresdurchschnitt werden voraussichtlich 64.100 Personen (ohne Schulungsteilnehmer) bei den 22 AMS-Geschäftsstellen in NÖ gemeldet sein. Das ist ein Plus von 9,2 Prozent (5.400 Jobsuchende). Wobei Männer stärker als Frauen betroffen sein werden. Im Jahresdurchschnitt wird die Arbeitslosenrate bei 9,7 Prozent liegen.

Übrigens: 2016 wird mit einem Plus von 12.100 zusätzlichen Arbeitskräften auf dem NÖ Arbeitsmarkt gerechnet. Die Zahl setzt sich zu 45 Prozent aus österreichischen Frauen, die nach der Familienpause wieder einsteigen, zu weiteren 45 Prozent aus Arbeitskräften aus den EU-Ländern und zu 10 Prozent aus Jobsuchenden aus Drittstaaten zusammen. Fakler: „Wir rechnen damit, dass von den ö-weit 35.000 Asylberechtigten lediglich 2.600 frühestens in der zweiten Jahreshälfte 2016 am niederösterreichischen Arbeitsmarkt auftreten werden.“

Keine Entspannung

Im abgelaufenen Jahr ist die Arbeitslosigkeit in NÖ um 9,5 Prozent gestiegen. Im Jahresdurchschnitt waren 58.700 Personen arbeitslos, davon 24.800 Frauen.

Die Arbeitslosenquote wird damit erstmals die 9-Prozent-Marke überschreiten und bei rund 9,1 Prozent liegen. Das ist ein Plus von 0,6 Prozent gegenüber 2014. Das Ergebnis liegt im österreichweiten Trend.

Die Beschäftigung ist im abgelaufenen Jahr ebenfalls gestiegen, und zwar um ein Prozent. Im Jahresdurchschnitt waren rund 571.300 Personen beschäftigt, um 5.700 mehr als im Jahr davor.


Die AMS-Bilanz 2015

  • Im abgelaufenen Jahr ist die Arbeitslosigkeit in NÖ um 9,5 Prozent gestiegen. Im Jahresdurchschnitt waren 58.700 Personen arbeitslos, davon 24.800 Frauen.

 

  • Die Arbeitslosenquote wird damit erstmals die 9-Prozent-Marke überschreiten und bei rund 9,1 Prozent liegen. Das ist ein Plus von 0,6 Prozent gegenüber 2014. Das Ergebnis liegt im österreichweiten Trend.

  • Die Beschäftigung ist im abgelaufenen Jahr ebenfalls gestiegen, und zwar um ein Prozent. Im Jahresdurchschnitt waren rund 571.300 Personen beschäftigt, um 5.700 mehr als im Jahr davor.