Erstellt am 18. Oktober 2016, 03:51

von Walter Fahrnberger

Lebenslanges Lernen ist gefragt. Wie werden Fähigkeiten von Arbeitnehmern vergleichbar? Neue Standards helfen.

Bildungsforscher Ottmar Döring, Bildungsministerin Sonja Hammerschmid, AKNÖ-Präsident Markus Wieser und AKNÖ-Direktor Helmut Guth bei der Fachtagung über Anerkennung von Kompetenzen.  |  Mario Scheichel

Neue Technologien in der Arbeitswelt erfordern neue Fähigkeiten. Welche Möglichkeiten es gibt, diese Kompetenzen sichtbar zu machen bzw. wie sie anzuerkennen sind, wurde bei einer Fachtagung der Arbeiterkammer NÖ (AKNÖ) in St. Pölten diskutiert. Für Präsident Markus Wieser ist das eine der größten arbeitsmarktpolitischen Herausforderungen.

„Vor allem die immer höhere Zahl an Personen, die lediglich über einen Pflichtschulabschluss verfügt, wird angesichts der fortschreitenden Digitalisierung am Arbeitsmarkt noch weniger Chancen haben“, so Wieser. Daher bietet die AKNÖ mit dem Projekt „Du kannst was“ Erwachsenen die Möglichkeit, eine abgebrochene Lehre schrittweise fertigzumachen.

Die Lust am lebenslangen Lernen zu wecken, ist für SPÖ-Bildungsministerin Sonja Hammerschmid die größte Herausforderung dabei. „Denn die künftigen Berufsfelder werden sich nicht mehr so leicht abgrenzen lassen“, meint die Ministerin.

Mit dem im März beschlossenen „Nationalen Qualifikationsrahmen“ (NQR) wurden bereits Voraussetzungen geschaffen, um die Vergleichbarkeit der Fähigkeiten zu erhöhen.

Ansätze, wie in Deutschland die Anerkennung diverser Qualifikationen der Flüchtlinge funktioniert, gab der deutsche Bildungsforscher Ottmar Döring. Das reicht von praktischer Erprobung der Fähigkeiten, über Kompetenz-Checks am PC bis hin zur Zertifizierung von Teilqualifikationen eines Berufsbildes.