Erstellt am 15. Oktober 2015, 05:27

von Martin Gebhart

Grenze als Nebensache. NÖ wird mit seinen slowakischen Nachbarn weiterhin eng zusammenarbeiten. Neues Programm unterzeichnet.

Neues Arbeitsprogramm unterzeichnet: Ivo Nesrovnal (Oberbürgermeister der Stadt Bratislava), Tibor Mikus (Vorsitzender des Kreises Trnava), Landeshauptmann Erwin Pröll und Pavol Freso (Vorsitzende des Kreises Bratislava).  |  NOEN, Nlk/Pfeiffer

In einer Zeit, in der manche Politiker auch innerhalb Europas wieder Grenzen hochziehen wollen, geht NÖ mit seinen slowakischen Nachbarn weiterhin den gegenteiligen Weg. In St. Pölten wurde vergangenen Freitag das nunmehr dritte Arbeitsprogramm zwischen dem Land und den slowakischen Kreisen Trnava und Bratislava sowie der Stadt Bratislava unterzeichnet. Die staatliche Grenzlinie spielt dabei kaum eine Rolle.

Elf Bereiche sind in dem Programm festgehalten. Etwa die Fortsetzung der Sprachoffensive in Kindergärten und Schulen, weitere Verbesserungen beim Hochwasserschutz, Ökozentren für nachhaltigen Tourismus in den March-Thaya-Auen sowie eine Kooperation im Gesundheitsbereich. Das betrifft das grenzüberschreitende Rettungswesen sowie eine Zusammenarbeit zwischen den Krankenhäusern Hainburg und Bratislava.

Das Programm startet 2016. Die dafür bestimmten EU-Mittel will man ganz ausschöpfen. Für NÖ sind das bis 2020 insgesamt 17,5 Millionen Euro.

Verkehrsverbindung über die March bleibt Thema

Eine Brücke über die March, die auch vom Autoverkehr genutzt werden kann, wünscht sich Kreishauptmann Pavol Freso. Das Projekt bei Angern liegt wegen eines negativen Volksentscheids in Angern auf Eis. Dennoch ist eine Verkehrsverbindung über die March „selbstverständlich ein Schwerpunktthema“, so Landeshauptmann Pröll. Beide Seiten glauben an Alternativlösungen.