Erstellt am 18. August 2016, 06:47

von Martin Gebhart

Mikl-Leitner: „Mehr Chancen als Risken!“. VP-Landeshauptmannstellvertreterin Mikl-Leitner will Arbeitnehmern Verunsicherung wegen der Digitalisierung der Arbeitswelt nehmen. Kritik an „Maschinensteuer“.

NÖN, Erich Marschik

„Es gibt eine gewisse Verunsicherung, die will ich den Menschen nehmen.“ Und: „Ich sehe in der Digitalisierung mehr Chancen als Risken.“ Für VP-Landeshauptmannstellvertreterin Johanna Mikl-Leitner ist es ein zentrales Thema, den Niederösterreichern die Angst vor der „Arbeitswelt 4.0“ zu nehmen. Sie sieht in dieser fortschreitenden Digitalisierung die Chance auf künftig mehr Arbeitsplätze im Land. Ihr Schlüssel dazu: gezielte Weiterbildungsmaßnahmen.

Gemeinsam mit dem Arbeitsmarktservice und der Wirtschaft wurde diesbezüglich auch bereits ein Bündel von Fördermaßnahmen geschaffen. Mikl-Leitner: „Gut geschulte Menschen wird man immer brauchen.“ Das sei nicht bloß eine Frage der jungen Generation. Dazu verweist Mikl-Leitner auf eine Studie, dass vielfach ältere Arbeitnehmer zufriedener und flexibler in dieser neuen Arbeitswelt agieren. „Jedes Unternehmen ist deswegen gut beraten, bei seinem Team auf einen guten Mix zu setzen“, so Mikl-Leitner.

Bezüglich der Rahmenbedingungen mache NÖ seine Hausaufgaben. Durch das Setzen auf Wissenschaft und Forschung sowie die Breitbandoffensive. Wodurch auch von zu Hause aus gearbeitet werden kann. Mikl-Leitner: „Das ist etwa auch eine riesige Chance für die Regionalisierung der Verwaltung.“

Jedenfalls würden Studien belegen, dass es in jenen Ländern, wo die Digitalisierung weiter fortgeschritten ist, weniger Arbeitslose gibt. Dass SP-Kanzler Christian Kern da eine Wertschöpfungsabgabe bzw. eine „Maschinensteuer“ einführen will, stößt bei Mikl-Leitner auf wenig Verständnis. Für sie ist das der völlig falsche Ansatz: „Jede weitere Steuer gefährdet den Wirtschaftsstandort und schafft Verunsicherung.“ Dadurch würden Betriebsansiedelungen gebremst und nicht forciert.

Hilfe bei der Weiterbildung

Vom Land wurde ein Bündel von unterstützenden Fördermaßnahmen für die Weiterbildung geschaffen. Hier einige daraus:

  • Der NÖ Weiterbildungsscheck: Individualförderung zum Nachholen von Bildungsabschlüssen und berufsbezogener Weiterbildung.
  • Das NÖ Bildungsdarlehen: Förderung von tertiären und postgradualen Qualifizierungen im Gesundheits- und Sozialbereich sowie im technisch-naturwissenschaftlichen Bereich.
  • Die NÖ Bildungsförderung: Individualförderung für berufliche Qualifikationen, um Menschen in Beschäftigung zu halten.
  • Pilotprojekt „Du kannst was“: Nachholen des Lehrabschlusses bzw. einer Teilqualifikation für gering qualifizierte Arbeitnehmer.
  • Berufsreifeprüfung: Sonderprogramm als Anreiz zu höherer Qualifizierung von Arbeitnehmern.
  • Überbetriebliche Lehrausbildung: Ein vollständiger Lehrabschluss gemäß dem Berufsausbildungsgesetz.