Erstellt am 14. Juni 2016, 14:35

von APA/Red

Armutskonferenz kritisiert ÖVP-Beispiele als falsch. Die Armutskonferenz kritisiert die "Anti-Mindestsicherungs-Kampagne" der niederösterreichischen ÖVP.

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Die ÖVP wirbt u.a. damit, dass ein Tischler-Geselle mit Familie weniger Geld zur Verfügung hätte als vergleichbare Mindestsicherungsbezieher. Die Armutskonferenz kritisiert das Beispiel als falsch, weil es nicht berücksichtigt, dass auch der Tischler Anspruch auf weitere Sozialleistungen hat.

Konkret wirbt die VP mit dem Beispiel eines 30-jährigen Tischler-Gesellen mit Frau zwei Kindern, der monatlich nur auf 1.589 Euro netto komme, während eine solche Familie mit Mindestsicherung auf 1.642 Euro netto komme. Slogan: "Wer arbeiten geht, darf nicht der Dumme sein." Die Armutskonferenz verweist jedoch darauf, dass dabei eine Reihe von Sozialleistungen für Berufstätige unterschlagen worden seien, auf die Mindestsicherungs-Bezieher keinen Anspruch hätten.

Tatsächlich hätte der fiktive Tischler in Niederösterreich dank Pendlerförderung, Wohnzuschuss, Heizkostenzuschuss und Alleinverdienerabsetzbetrag sowie Kinderfreibetrag bis zu 770 Euro mehr zur Verfügung als die Mindestsicherungs-Bezieher, so die Armutskonferenz.

Inklusive Urlaubs- und Weihnachtsgeld (Mindestsicherung wird nur zwölf Mal ausgezahlt) sowie Familienbeihilfe komme der Tischer somit auf 2.848,55 Euro, die Mindestsicherungs-Bezieher dagegen auf deutlich weniger (2.078,38 Euro inklusive Familienbeihilfe).