Erstellt am 19. Januar 2016, 05:23

von Martin Gebhart

 Wirtschaft: Zuversicht für.  ÖVP-Regierungsklausur / Maßnahmen zum Ankurbeln des Wirtschaftsmotors beschlossen. Wäre Niederösterreich eine eigene Volkswirtschaft, dann könnte man sich in der Welt sehen lassen.

Präsentierten Ergebnisse der Klausur der VP-Regierungsmannschaft: Landeshauptmann Erwin Pröll, Landesrätin Petra Bohuslav und Christian Helmenstein vom Economia Institut.  |  NOEN, Erich Marschik

Wäre Niederösterreich eine eigene Volkswirtschaft, dann könnte man sich in der Welt sehen lassen. In einem globalen Ranking würde man auf Platz 70 aufscheinen, noch vor Ländern wie Luxemburg, Uruguay, Kroatien oder Slowenien. Das legte in der Vorwoche Wirtschaftsexperte Christian Helmenstein auf den Tisch. Die Grundlage dazu: Niederösterreich habe die Marke von 50 Milliarden Euro an regionalem BIP (Bruttoinlandsprodukt) überschritten, während der Durchschnitt der Bundesländer bei 36 Milliarden Euro liege. Seit 2009 habe NÖ beim regionalen BIP um sechs Milliarden Euro zugelegt.

Helmenstein brachte diese Zahlen in die vorwöchige VP-Regierungsklausur in Altlengbach ein. Diese Entwicklung, die Prognose eines im Vergleich zum Bundesdurchschnitt höheren Wirtschaftswachstums, die 105 Betriebsgründungen im Vorjahr – all das mache trotz der schwierigen Rahmenbedingungen „zuversichtlich und optimistisch“, so VP-Landeshauptmann Erwin Pröll zu der Entwicklung. Mit dem Nachsatz: „Diese Parameter sind für uns ein klarer wirtschaftspolitischer Auftrag.“

Deswegen wurden einige Maßnahmen beschlossen, um diesen Rückenwind zu nutzen. Etwa die Weiterführung der Exportoffensive. Im Vorjahr hatte man sich dem amerikanischen und englischen Markt gewidmet. Nun werden die Fühler in Richtung Iran ausgestreckt. Die Sanktionen gegen dieses Land waren erst am Wochenende aufgehoben worden. Für Pröll bietet das neue Perspektiven. NÖ Unternehmer hätten dort vor allem in den Bereichen Maschinen- und Anlagenbau, bei pharmazeutischen Erzeugnissen sowie im Umweltschutz große Chancen.

Klar ist, dass der Arbeitsmarkt wieder gezielter Aufmerksamkeit bedarf. Die Situation ist dort weiterhin angespannt, obwohl sich im Dezember 2015 der Anstieg an Arbeitslosen ein wenig verringert hat. Pröll: „Das zeigt, dass die arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen, die wir setzen, fruchten.“

Die Maßnahmen werden auch im heurigen Jahr fortgesetzt, speziell für Gruppen wie ältere Arbeitssuchende, Langzeitarbeitslose oder Menschen mit geringer Ausbildung. Pröll: „Dafür stehen heuer im Rahmen des territorialen Beschäftigungspaktes 255 Millionen Euro zur Verfügung.“

Erste Anschlüsse bei Breitband-Offensive

Fortgesetzt wird natürlich auch die Breitbandoffensive, die eine Standortaufwertung bedeute, so Pröll. Noch im Jänner wurden die ersten Glasfaser-Anschlüsse gemacht. Für 100 Privathaushalte in der Waldviertler Gemeinde Kautzen und 20 Firmenanschlüsse in Heidenreichstein. Bis Ende des Jahres sollen 10.000 neue Breitband-Anschlüsse erledigt sein.

Der Breitbandausbau ist auch ein entscheidender Faktor beim Thema „Industrie 4.0“. Dieses will VP-Wirtschaftslandesrätin Petra Bohuslav forcieren. „Ziel ist es, die Innovationskraft, die in unseren Klein- und Mittelunternehmen steckt, zu fördern.“ Dazu wird ein ressortübergreifender Masterplan ausgearbeitet, der die Bereiche Bildung und Arbeitswelt beinhaltet.


Beschlossene Maßnahmen

  • Internationalisierung der NÖ Wirtschaft soll mit einem Exportschwerpunkt in Richtung Iran fortgesetzt werden.

 

  • Mit einer Spin-off-Strategie sollen die Investitionen in Wissenschaft und Forschung zu Unternehmensgründungen führen.

  • Der Wohnbau als Konjunkturmotor soll mittels eines Maßnahmenplans für leistbares Wohnen angekurbelt werden.

  • Mit einem Masterplan für das Thema „Industrie 4.0“ will man den Unternehmen im Bereich Digitalisierung unter die Arme greifen.