Erstellt am 04. November 2015, 06:47

von Anton Johann Fuchs

Interesse an Infos ist groß. Rund 40.000 Konsumenten diskutierten mit Bauern über die Erzeugerpreise. Herkunft im besonderen Interesse.

Andrä Rupprechter und Klaudia Tanner (im Bild rechts) wollen einen besseren Preis für regionale Produkte. Foto: Michael Kostiha/zVg  |  NOEN, Michael Kostiha

600 Bäuerinnen und Bauern sowie die Landjugend informierten vor dem Nationalfeiertag an die 40.000 Konsumenten: Die niedrigen Erzeugerpreise bei Milch und Fleisch gefährden die Existenz von 14.000 bäuerlichen Betrieben.

„Das Interesse war enorm, wir haben gesehen: Wir müssen noch mehr informieren“, sagt Organisatorin Bauernbunddirektorin Klaudia Tanner.

Kennzeichnungen eher verwirrend

Für viele Konsumenten seien die Kennzeichnungen eher verwirrend, erfuhren die Bauern bei den Diskussionen vor und in den Märkten.

„Daher ist es sehr positiv, dass das Parlament jetzt die Sicherung der geschützten Herkunft wesentlich erleichtert hat“, sagt Tanner: Statt dreier Ministerien plus Patentamt seien jetzt nur mehr eine Stelle im Lebensministerium und das Patentamt zuständig.

Für Tanner ist klar, dass der Bauernbund auf dem Thema draufbleiben müsse: „Unser Weg ist der der Bewusstseinsbildung – Ihr entscheidet, ob es diese Bauernhöfe noch gibt“, setzt sie auf einen weiteren Dialog mit den Konsumenten. Und auch mit dem Handel: „Immer billig kommt uns und Sie teuer zu stehen“, übergaben die Bauern einen offenen Brief an die Filialleiter der Handelsketten. Dabei sei man auf großes Verständnis gestoßen, sagt Tanner, die Filialen seien durchwegs interessiert daran, noch mehr Produkte aus der unmittelbaren Umgebung ins Regal zu stellen.

Potenzial für Produkte aus den Regionen sieht Tanner noch in öffentlichen Küchen, die auf das Best- statt Billigstbieterkonzept setzen sollten, und in der Gastronomie.