St. Georgen am Ybbsfelde

Erstellt am 24. Januar 2018, 13:01

von Markus Strohmayer

Der Mann hinter der ÖVP-Kampagne. Landesgeschäftsführer und ÖVP-Chefstratege Bernhard Ebner verknüpft traditionellen Wahlkampf und Online-Medien miteinander.

ÖVP-Landesgeschäftsführer Bernhard Ebner bei der Präsentation der Online-Kampagne  |  VPNÖ

Johanna Mikl-Leitner singt mit Waltraut Haas gemeinsam „Mariandl“ und scherzt mit den Ex-Fußballprofis Andreas Herzog und Toni Pfeffer. Der Wahlkampf der ÖVP in NÖ ist anders. Der Mann dahinter ist Bernhard Ebner. Der Landesgeschäftsführer setzt auf die Macht der neuen Medien, also Facebook und Co.

Der 44-jährige Ebner kommt aus St. Georgen am Ybbsfelde. Der Diplomtechniker hat 1995 seine politische Laufbahn in der ÖVP als Gemeinderat begonnen. Sein Parteiweg führte ihn bis in den Bundesrat, bevor er seine aktuelle Tätigkeit als Landesgeschäftsführer antrat.

Die wachsende Bedeutung von Onlinemedien erkannte er früh. Bei seinem Wechsel in den Landtag 2015 fasste er den Entschluss einer strategischen Neuausrichtung. Erwin Pröll, der damalige Landeshauptmann, lobte bereits im Vorfeld die Managementqualitäten seines neuen „Parteimanagers“.

Wahlkampf on- und offline

„Wir sind in allen Gemeinden vertreten und somit nah am Bürger. 2018 braucht es aber zusätzlich einen starken digitalen Auftritt.“, sagt Ebner. Ziel ist es, jeden niederösterreichischen Haushalt zu erreichen. Kein billiges Unterfangen.

Zwar will die ÖVP die Wahlkampfkostenobergrenze von sechs Millionen Euro einhalten, für NEOS und Grüne aber immer noch viel zu viel. Besonders in einem Intensivwahlkampf, der nur drei Wochen dauert.

Eine „Landeshauptwahl“

Für die ÖVP dürfte sich das aber bezahlt machen. „70 Prozent der Wähler wünschen sich weiterhin Johanna Mikl-Leitner“, so Ebner. Es sei vorrangig eine „Landeshauptwahl“, denn in NÖ zähle der Mensch. Passend dazu verschickt die Volkspartei personalisierte Whatsapp-Nachrichten der Landeshauptfrau.

Ein weiteres Beispiel für den digitalen Schwerpunkt ist das „Taxi blau-gelb“. Das von Schauspielerin Christina Sprenger gelenkte Fahrzeug hat die Landeshauptfrau und Promigäste herumkutschiert. Dabei entstanden Videos, die Mikl-Leitner von einer persönlicheren Seite zeigen sollen. Diese Lockerheit und die humorvolle Art kommen an, ist sich Ebner sicher.

Aber der Landesgeschäftsführer kämpft auch traditionell für Stimmen. Bei einem Stück Apfelstrudel im Gasthaus Janker in Obergrafendorf oder einer Leberkäsesemmel bei der Straßenmeisterei Neulengbach motiviert er die Menschen und sagt zu ihnen: „Bitte erzählt weiter, wie gut unser Land geführt ist.“

Ziel: Österreichweit stärkste Partei auf Landesebene

Aktuell gehen sich solche Besuche nur selten aus. Die Kampagne muss geleitet werden. Vieles davon geschieht vor dem Computer. Damit hat Ebner ein Ziel bereits erreicht: Ein Wahlkampf mit starker online und offline Präsenz. Ob das größere Ziel – 42 Prozent und der Status der stärksten Partei auf Landesebene in Österreich – ebenfalls erreicht wird, zeigt sich am 28. Jänner.