Erstellt am 17. Juni 2016, 13:35

von Eva Hinterer

Beschäftigungsgipfel in NÖ: 300 geförderte Jobs. Landeshauptmann-Stellvertreterin Johanna Mikl-Leitner, AMS-Landesgeschäftsführer Karl Fakler und Wirtschaftskammer-NÖ-Präsidentin Sonja Zwazl haben am Freitag Vormittag Maßnahmen für mehr Jobs beraten.

AMS-NÖ-Geschäftsführer Karl Fakler, LH-Stv. Johanna Mikl-Leiter und WKNÖ-Präsidentin Sonja Zwazl beim Gipfel. Foto: Land NÖ  |  NOEN, Land NÖ
Im Mai 2016 lag die Arbeitslosenquote in Österreich bei 8,6 Prozent in NÖ bei 8,3 Prozent. Wobei die Anzahl der arbeitslosen Jugendlichen zwischen 14 und 19 Jahren leicht ansteigt, die der 20 – 25-Jährigen leicht sinkt.

Ein besonders Problem sind im Zusammenhang mit der Arbeitslosigkeit sind die Langzeitarbeitslosen, denn die Dauer der Langzeitarbeitslosigkeit steigt. In NÖ im Vergleich zum Vorjahr von 118 auf 140 Tage im Durchschnitt.

500 Millionen Euro als Ziel

„Trotz steigender Beschäftigung gelingt es nicht, die Arbeitslosigkeit zu reduzieren“, sagt Landeshauptmann-Stellvertreterin Johanna Mikl-Leitner, als die Runde am Freitagmittag vor die versammelte Presse tritt.

Daher habe man den Beschäftigungsgipfel einberufen: Es wurde ein längerfristiges Beschäftigungspaket bis Ende 2017 ausgearbeitet, in dessen Rahmen – das ist das Ziel - rund 500 Millionen Euro in Arbeitsmarkt-Initiativen investiert werden sollen. Diese Fördergelder kommen von Sozialministeriumsservice, Land NÖ und AMS. Details dazu werden in einigen Wochen präsentiert werden.

Sofortmaßnahmen beschlossen

Am Freitag wurden nun konkret zwei Initiativen beschlossen: Erstens wird die Job-2000-Initiative fortgesetzt. In deren Rahmen werden 50 Prozent der Lohn- und Lohnnebenkosten gefördert. In dieses Paket werden 800.000 Euro investiert, 200 geförderte Arbeitsplätze zur Verfügung gestellt; gefördert wird für die Dauer von vier Monaten. Das Geld kommt vom Land NÖ und dem AMS, der Kontakt läuft über den Verein „Jugend und Arbeit“.

Die zweite Initiative „Fit in das Handwerk“ soll arbeitsmarktferne Personen in den Arbeitsmarkt integrieren. Dafür werden 600.000 Euro beim Europäischen Sozialfonds (ESF) abgeholt, das Land NÖ investiert die gleiche Summe, macht ein  Gesamtvolumen von 1,2 Millionen Euro. Bei dieser Initiative wird es rund 100 Plätze geben.
 
AMS-Landesgeschäftsführer Karl Fakler sagt zu diesen Initiativen, dass man natürlich nicht davon ausgehen könne, damit die „Arbeitslosenrate um fünf Prozentpunkte zu drücken, aber was wir tun ist, jede Lücke zu nützen.“ Und da seien 300 Arbeitsplätze ja mehr als nichts.

„Brauchen auch Meister“

Wirtschaftskammer-Präsidentin Sonja Zwazl betont die Wichtigkeit der Lehre. Hier müsse man sich, besonders auch bei den Eltern, um ein besseres Image und höhere Wertschätzung bemühen. „Wir brauchen nicht nur Master, wir brauchen auch Meister“, sagt Zwazl.

Ein wesentlicher Punkt zur Arbeitsmarktbelebung sei auch der Kampf gegen die Bürokratie. Laut einer Studie der Wirtschaftskammer verursache unnötiger Verwaltungsaufwand Kosten von 344 Millionen Euro, „das sind 4.300 Arbeitsplätze in Gewerbe und Handwerk“.