Erstellt am 23. Februar 2016, 05:59

von Martin Gebhart

Konflikt um Sitzenbleiber. ÖVP-Bildungslandesrätin Barbara Schwarz hält wenig vom Vorstoß von SPÖ-Bildungsministerin Gabriele Heinisch-Hosek, in der Volksschule keine Noten zu verteilen.

SPÖ-Bildungsministerin Gabriele Heinisch-Hosek und ÖVP-Bildungslandesrätin Barbara Schwarz: Keine wirklich gemeinsame Linie in Bildungsfragen. Vor allem, wenn es um Vorstöße im Volksschulbereich und die Schulverwaltung geht.  |  NOEN, Marschik/NLK

Das Verhältnis zwischen den beiden NÖ-Bildungspolitikerinnen Gabriele Heinisch-Hosek (SPÖ-Bildungsministerin) und Barbara Schwarz (ÖVP-Bildungslandesrätin) war auch schon einmal besser. Derzeit steht die politische Konfrontation mehr im Vordergrund. Zuletzt wegen des Plans von Heinisch-Hosek, dass es künftig in den ersten drei Volksschuljahren keine Schulnoten und kein Sitzenbleiben geben soll.

Heinisch-Hosek beharrt auf diesem neuen Weg. „Meine Meinung teile ich mit vielen Experten“, so die Ministerin in einem Radio-Interview. Das Sitzenbleiben führe im Jahr danach nicht unbedingt zu besseren Ergebnissen.

62 Prozent haben Deutsch nicht als Muttersprache

Barbara Schwarz kann diesem „wieder einmal nicht akkordierten“ Vorstoß aus dem Ministerium nicht so viel abgewinnen. Die Realität zeige, dass nur 0,5 Prozent aller Volksschüler in NÖ nicht aufstiegsberechtigt wären. Von diesen wiederum haben 62 Prozent Deutsch nicht als Muttersprache. Der Rest sind meist Kinder, die zu früh die Volksschulzeit begonnen haben. Schwarz jedenfalls hält es für nicht zielführend zu sagen, „Sitzenbleiben ist kein Thema mehr“.

Verbale Beurteilung kann oft viel härter sein

Es werde ohnehin alles getan, um diesen Kindern zu helfen. Sowohl von den Lehrern als auch von den Eltern. Ohne Noten und ohne Sitzenbleiben „wird den Eltern auch irgendwann alles egal sein“. Die Entscheidung, wie in einer Schule beurteilt wird, sollte letztendlich der Schulgemeinschaftsausschuss bestimmen. Ob mit Ziffern-Noten oder nur mit einer verbalen Beurteilung. Schwarz: „Eine verbale Beurteilung kann oft viel härter sein als eine bloße Schulnote.“

Neben dem Thema ärgert Schwarz allerdings noch, dass die Ministerin in der Frage einen Alleingang gemacht habe. Das sei auch bei der Schulverwaltung passiert, wo sie über die „Weisungskette“ die Länder einschränken wolle.

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