Erstellt am 09. März 2016, 06:29

von Martin Gebhart

„Wertschätzung und Motivation“. Landesschulratspräsident Heuras fordert in der Schulpolitik einen neuen Umgang.

Landesschulratspräsident Johann Heuras: »Es geht um die Wertschätzung!«  |  NOEN, Erich Marschik

Dass die im November vorgelegte Bildungsreform der „große Wurf“ wird, daran glaubt NÖ Landesschulratspräsident Hans Heuras nicht. Es ist für ihn auch nicht entscheidend. Heuras: „Auf die Reform warte ich nicht wirklich.“ Für ihn ist es aber wichtig, dass sich rasch an der Zugangsweise zum Bildungssystem etwas ändert. „Es geht um Wertschätzung, um Motivation, um Verantwortung“, so Heuras.

Das hat er auch in einem Brief an alle Schulen des Landes klargemacht. Heuras: „Wir müssen dem System mehr Wertschätzung entgegenbringen, das führt zu mehr Motivation. Das verlange ich vom Ministerium, von allen Verantwortlichen, von der Öffentlichkeit.“ Und bezüglich der Verantwortung müsse man „klarmachen, dass jeder für sich selbst als auch für die anderen Verantwortung trägt“.

Mehr Autonomie an den Schulstandorten

Das gelte für die Schüler, die Eltern und natürlich die Pädagogen. Ein entscheidender Schritt dazu: mehr Autonomie an den Schulstandorten. Heuras: „Wir müssen die Rahmenbedingungen für innovative Ansätze lockern, wir müssen an den Schulstandorten auch etwas zulassen.“ Er hält auch nichts davon, dass die PISA-Studie immer dazu missbraucht werde, um das Schulsystem schlecht zu reden. Heuras: „Die Schlüsse daraus sind vielfach vollkommen unzulässig.“

Was Heuras noch durchbrechen will: die Konkurrenzsituation zwischen Gymnasien und Neuen Mittelschulen (NMS). „Wir müssen uns gemeinsame Ziele setzen.“ Wobei er das Team-Teaching in den NMS für ein pädagogisch hervorragendes Konzept hält.