Erstellt am 21. September 2015, 17:38

Bischof Küng feierte 75. Geburtstag. Mit einer feierlichen Vesper im vollen St. Pöltner Dom feierten Niederösterreich und die Diözese St. Pölten den 75. Geburtstag von Bischof Klaus Küng.

 |  NOEN, Zarl
Bei dem Gottesdienst würdigten Landeshauptmann Erwin Pröll, Nuntius Peter Stephan Zurbriggen, Armin Haiderer, Präsident der Katholischen Aktion, den Jubilar, der gemäß Kirchenrecht seinen Rücktritt einreichte. Zahlreiche Priester, Ordensmänner- und Ordensfrauen sowie Laienmitarbeiter/innen nahmen ebenfalls am Festgottesdienst teil.
 
Generalvikar Eduard Gruber verwies darauf, dass Bischof Küng seinen Geburtstag eigentlich gar nicht groß feiern wollte. Sein bischöflicher Wahlspruch „Serviam – ich will dienen“ spreche eine klare deutliche Sprache des Evangeliums. Der Bischof würde versuchen, diesem Wort nach bestem Wissen und Gewissen mit seinem Leben zu erfüllen.

Mit seiner ganzen Persönlichkeit würde versuchen, „unermüdlich dem Aufbau der Kirche zu dienen“. Der Generalvikar sagte, der Diözesanbischof sei noch voller Pläne und Tatendrang. Gruber wünsche dem St. Pöltner Bischof „in der Weisheit des Alters die Handschrift Gottes in seinem Leben immer besser zu entziffern und immer besser zu verstehen lernen“.

 

Unter den zahlreichen Festgästen aus Kirche und öffentlichem Leben war auch Landeshauptmann Erwin Pröll dabei, der eine Statue des Diözesanpatrons Hippolyt als Dauerleihgabe des Landes Niederösterreich dem Diözesanmuseum übergibt.

Landeshauptmann Pröll würdigt den Bischof: „Bischof Küng steht seit Beginn seiner Amtszeit für ein gutes und respektvolles Miteinander von Diözese und Land. Seine Persönlichkeit prägt die Diözese und das Land Niederösterreich: mit einer klaren Botschaft versteht er es, Glauben zu vermitteln, Werte zu pflegen und die Menschen zu begleiten.“ Sein Dank gelte Bischof Küng für die Geduld, für sein Bekenntnis zu Niederösterreich und für das gute Verhältnis und die Zusammenarbeit zwischen Land und Diözese.

"Kein Bischof der leeren Worte"

Nuntius Stephan Zurbriggen betonte in seiner Laudatio die große Klarheit in der Verkündigung und der Lehre, für die Bischof Küng stehe. „Er ist kein Bischof der leeren Worte und strahlt die Freude des Evangeliums aus“, so der oberste Repräsentant des Heiligen Stuhles in Österreich. Damit verkörpere er laut dem Nuntius die Bedeutung des Zweiten Vatikanischen Konzils.
 
KA-Präsident Armin Haiderer sagte: „Obwohl wir sicher sein können, dass der Bischof genau weiß, was in seiner Diözese vor sich geht, dass er genau weiß, was wir hier arbeiten, lässt er uns arbeiten. Und zwar im Vertrauen darauf, dass das was wir machen, gut ist.“ Man wisse schnell: „Hier ist ein Profi, der deswegen Profi ist, weil er seinen Glauben lebt, weil er der Jesus Christus in der Mitte seines Lebens gestellt hat und weil er ein Diener seiner geliebten Kirche sein will.“

Berufung mit ganzer Seele gelebt

Der Vorsitzende der größten katholischen Laienorganisation weiter: „Bischof Klaus ist jemand, der zu seinen Idealen steht. Man weiß, wo er in welchen weltanschaulichen Dingen steht und er verteidigt diese ohne Wenn und Aber, auch ohne auf seine Beliebtheit schauen zu müssen.“ Bischof Küng lebe seine Berufung mit ganzer Seele und tue mehr als nur seine Pflicht hier in St. Pölten. Im Leben des Bischof Küng sei sicherlich nicht immer alles so verlaufen, wie er sich das vorgestellt habe. Und doch habe er sich immer wieder auf das eingelassen, von dem er glaubte, dass dies Gottes Wille gewesen ist. Haiderer weiter: „Und ich glaube: Es hat sich gelohnt.“
 
Der St. Pöltner Bürgermeister Matthias Stadler betonte in seinen Glückwünschen das große Vertrauen, das die gute Kooperation zwischen der NÖ-Landeshauptstadt und der Diözese trage: „Ich freue mich, dass ihm die anfangs fremde Stadt wirklich zur Heimat geworden ist.“
 
Bischof Klaus Küng zeigte sich sichtlich gerührt über die vielen freundschaftlichen und verbindenden Worte und Glückwünsche der Ehrengäste. „Ich bin dankbar für das große Geschenk der Achtung, Verbundenheit und Freundschaft, die ich hier erlebe.“ Bischof Küng wünsche sich, dass diese Quellen aus denen er viel Kraft schöpfe, erhalten bleiben und auch in Zukunft gute Früchte tragen.

Das Leben des Klaus Küng

Klaus Küng wurde am 17. September 1940 in Bregenz geboren und wuchs in Feldkirch auf. Nach der Matura studierte er Medizin in Innsbruck und Wien, wo er 1964 promovierte. 1960 lernte er das Opus Dei kennen, dem er sich bald anschloss. Das Theologiestudium schloss Küng 1969 an der Lateranuniversität in Rom ab. Danach wirkte er ein Jahr als Arzt am Landeskrankenhaus in Graz und beteiligte sich am Aufbau des Opus Dei in der steirischen Landeshauptstadt.
 
1970 wurde Küng in Madrid zusammen mit weiteren 27 Mitgliedern des Opus Dei zum Priester geweiht. Nach Kaplansjahren an der Peterskirche in Wien und reger Seelsorgearbeit innerhalb des Opus Dei wurde er 1976 zum Regionalvikar ernannt. Dieses Amt hatte er bis 1989 inne.
 
Am 21. Jänner 1989 wurde Küng von Papst Johannes Paul II. zum Bischof von Feldkirch ernannt. Die Bischofsweihe fand am 5. März 1989 in Feldkirch statt. Nach seiner Tätigkeit als Apostolischer Visitator in der Diözese St. Pölten im Sommer 2004 wurde er am 7. Oktober 2004 zum Bischof von St. Pölten ernannt.
 
Bischof Küng ist im Rahmen der Österreichischen Bischofskonferenz für Ehe und Familie, Bioethik und Fragen des umfassenden Lebensschutzes zuständig. Er ist weiters Mitglied der vatikanischen Kleruskongregation und Konsultor des Päpstlichen Familien-Rates.