Erstellt am 28. Januar 2018, 20:05

von APA Red

FPÖ in NÖ stärker, aber nicht wirklich stark. Keinen rauschenden Erfolg bescherte die erste Wahl nach dem Einzug in die Bundesregierung der FPÖ. Sie legte zwar stark zu gegenüber der Wahl 2013 - blieb aber weit unter den Erwartungen und auch dem Nationalratswahlergebnis. Dass Spitzenkandidat Udo Landbauer sein Wahlziel klar verfehlte, dürfte allerdings mehr mit der NS-Liederbuchaffäre zu tun haben als mit Schwarz-Blau im Bund.

Landbauer blieb unter Erwartungen  |  APA

Die Umfragen hatten der FPÖ noch das größte Plus im Lande, sogar bis an die 20 Prozent verheißen - und damit klar das beste blaue NÖ-Ergebnis je. Das war auch das erklärte Wahlziel Landbauers, das er mit 14,8 Prozent verfehlte. Denn 1998 hatte die FPÖ in der Ära Jörg Haiders 16,08 Prozent geschafft. Ein weiteres Wahlziel des 31-jährigen FPÖ-Spitzenkandidaten war es, die Absolute der ÖVP zu brechen und so zeigte er sich denn auch ziemlich angriffig gegenüber dem Bundeskoalitionspartner und dessen Spitzenkandidatin Johanna Mikl-Leitner.

Diese könnte ihm allerdings den letzten Strich durch die Rechnung gemacht haben: Denn noch am Tag vor der Wahl gab die Landeshauptfrau bekannt, dass sie eine Zusammenarbeit mit Landbauer in der nächsten Landesregierung ausschließt, Denn man habe von seiner Seite nur "Untertauchen und Wegdrücken" der schwerwiegenden Vorwürfe rund um das Liederbuch mit den NS-verherrlichenden Texten der Burschenschaft Germania (deren Vizepräsident er war) erlebt.

So hat Landbauer selbst ein allfälliger positiver Rückenwind aus dem Bund nicht mehr gereicht, um bester Blauer im Lande zu werden. Und die Bundes-FPÖ kann sich nicht ganz sicher sein, ob ihr die Beteiligung an der Regierung diesmal Aufwind beschert - und nicht, wie schon während Schwarz-Blau I, doch wieder Einbußen im Wählervertrauen drohen. Immerhin hatten bei der NR-Wahl noch 25,9 Prozent der Niederösterreicher blau gewählt und jetzt keine 15 Prozent mehr.

Dass die Freiheitlichen gegenüber der Landtagswahl 2013 um 6,6 Prozentpunkte zulegten, hat vor allem einen Grund: Das Team Stronach, das 2013 mit 9,8 Prozent vor der FPÖ Dritter wurde, hat nicht mehr kandidiert. Und das 2013er-Ergebnis der FPÖ war auch ein ziemlich schwaches. Bei der Wahl noch vor der Flüchtlingskrise, die den Blauen dann kräftige Zuwächse brachte, hatte sie in Niederösterreich nur 8,2 Prozent geholt. Das war aktuell das schwächste der neun Landesergebnisse bisher. Jetzt haben die Niederösterreicher immerhin die Burgenländer (15,0) und die Tiroler überholt. Wobei letztere bei der Wahl in vier Wochen ihre 9,3 Prozent sicherlich verbessern werden.

Nicht gelungen ist es der FPÖ in Niederösterreich, die SPÖ zu überholen. Wie schon bei der Nationalratswahl blieben die Blauen hinter den Roten.