Erstellt am 02. Dezember 2016, 12:44

von APA Red

Hofer gab sich zum Wahlkampfabschluss besinnlich. Kekse und Kärntner Chor statt Bier und Ballermann - beschaulich war nicht nur das Ambiente in der Wiener Börse, das sich Norbert Hofer für seinen Wahlkampfabschluss am Freitag ausgesucht hatte.

Das Ambiente war betont staatstragend  |  APA

Der freiheitliche Präsidentschaftskandidat gab sich im Advent besinnlich und sparte mit Angriffen auf seinen Gegner Alexander Van der Bellen. Zuvor hatte es Lob von FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache gegeben.

Mehr als 400 Menschen - darunter rund 150 Journalisten aus dem In- und Ausland - verfolgten Hofers Abschlussrede vor der Wahl am Sonntag. Dem noblen und staatstragenden Ambiente angepasst war auch das Musikprogramm: Das "Männer Doppel Sextett Klagenfurt" anstelle der dröhnenden John Otti Band umrahmte den freiheitlichen Festakt musikalisch. Hofer war in Begleitung seiner Ehefrau gekommen, dazu gesellte sich freiheitliche Prominenz von Strache abwärts.

Bemüht würdevoll hatte der FPÖ-Kandidat auch seine einstündige Abschlussrede angelegt. Nicht leicht sei die Entscheidung gewesen, derartige Verantwortung anzustreben, der fast einjährige Wahlkampf sei zum "Kraftakt" geworden. "Wir müssen auch wieder stolz sein, Österreicher zu sein", kam Hofer auch gleich zum Punkt. Wer andere Länder und Kulturen respektieren wolle, müsse auch das eigene Land respektieren und nicht verächtlich machen.

In diese Richtung verlief auch eine der wenigen Spitzen gegen den Grünen Van der Bellen, der sich im Wahlkampf ungewohnt volkstümlich gegeben hatte. "Es macht ja nichts, wenn sich jemand keine Tracht anziehen will. Aber er soll es auch nicht im Wahlkampf tun", meinte Hofer, der noch ein Unterscheidungsmerkmal zum Gegenkandidaten hervorhob, nämlich dessen Grundwehrdienst. Denn: "Ich habe es erlebt wie es ist, wenn man eine Gemeinschaft bildet."

Aber auch sonst wiederholte Hofer bekannte Botschaften aus dem Wahlkampf: Der Rechnungshof gehöre via Schnittstelle zu Parlament und Regierung aufgewertet, das Gesundheitssystem reformiert und die Wirtschaft gefördert. Ein Öxit sei nach wie vor tabu, die herrschenden Politiker gehörten aber ausgetauscht - und nicht die Bevölkerung. Die EU-Außengrenzen sollen geschützt werden und nach Österreich solle nur einwandern, wer hier auch tatsächlich gebraucht werde.

Hofers Zusammenfassung vor dem Wahlsonntag: "Wir müssen leistungsbereit sein, wir müssen jenen helfen, die sich nicht helfen können, und wir dürfen uns nicht schämen zu sagen, wir sind stolz, Österreicher zu sein." Freilich durfte der Dank an das freiheitliche Wahlkampf-Team nicht fehlen. Aber auch an die Initiative "Christen für Hofer", mit denen sich Hofer am Mittwoch nach der Wahl zu einem Gottesdienst in Mariazell treffen will - "Auf das freu ich mich ganz besonders."

Zuvor hatte Strache noch einmal die Vorzüge des eigenen Kandidaten gepriesen und die vergangenen Monate resümiert. "Alleine mit der Länge dieses Wahlkampfes ist Geschichte geschrieben worden", meinte der FPÖ-Obmann und zeigte sich erwartungsgemäß zuversichtlich, mit seiner Partei am Sonntag den Wahlsieg verbuchen zu können. Denn zum ersten Mal könne eine "honorige Persönlichkeit, die ihre Wurzeln in unserer freiheitlichen Gesinnungsgemeinschaft hat", Bundespräsident werden.