St. Pölten

Erstellt am 23. November 2017, 12:25

von APA Red

FPÖ NÖ fordert „Der Nikolo darf nicht sterben!“. Die FPÖ NÖ fürchtet um Bräuche und Traditionen wie Nikolo und Martinsfest. "Der Erhalt unser christlichen Werte ist massiv in Gefahr", sagte LAbg. Udo Landbauer, Spitzenkandidat für die Landtagswahl am 28. Jänner 2018, in einer Pressekonferenz am Donnerstag.

Die Freiheitlichen fordern einen Wertekodex für NÖ Kindergärten und Volksschulen sowie ein Kreuz in jedem Klassenzimmer an Pflichtschulen. Zusätzlich verlangte die FPÖ, die Pflege von Brauchtum und Heimat im NÖ Kinderbetreuungsgesetz zu verankern.

Landbauer: Eltern werden "massiv unter Druck gesetzt"

"Die Verbannung von traditionellen Festen und somit von identitätsstiftenden Merkmalen ist skandalös und untragbar", so Landbauer in der Pressekonferenz zum Thema "Der Nikolo darf nicht sterben!" in St. Pölten. Wenn etwa das Martinsfest als Lichterfest gefeiert oder überhaupt aus dem Kindergarten verbannt werde, sei das "völlig falsch verstandene Toleranz, die schleunigst abgedreht gehört". Das "Wertechristentum" sei die Basis, auf der die Gesellschaft aufbaue.

Unter der ÖVP NÖ mit Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner werde das Ende von Bräuchen und Traditionen und die Islamisierung in Niederösterreich gefördert, bereits die Jüngsten würden im Kindergarten "indoktriniert", sagte Landbauer. Er sprach sich dagegen aus, Schweinefleisch von Speiseplänen in Kindergärten zu streichen. Zudem seien Eltern aufgefordert worden, bei Geburtstagsfeiern auf das Mitgeben von Gummibärchen zu verzichten, damit sich muslimische Kinder nicht ausgegrenzt fühlten.

Den ersten Anlassfall habe es 2014 in einem Kindergarten im Bezirk Mödling gegeben, als auf den Nikolobesuch verzichtet wurde und die Kinder Geschichten aus ihrem Herkunftsland erzählen durften, so Landbauer. Ein Dorn im Auge sind den Freiheitlichen auch die interkulturellen Mitarbeiter, von denen es 60 muslimischen Glaubens in Niederösterreich gebe.

Laut Landbauer werden Eltern "massiv unter Druck gesetzt". Man bekomme regelmäßig Zuschriften, dass in Kindergärten auf Schweinefleisch verzichtet werde. Der Großteil der Absender ersuche darum, den Namen nicht zu nennen.

Ein Wertekodex soll laut Landbauer regeln, dass "christliche Bräuche und Traditionen Berücksichtigung zu finden haben". Gerade im Kindergarten sei die Brauchtums- und Traditionspflege besonders wichtig. Das Feiern von christlichen Festen solle den Kindern Brauchtum, Tradition, Werte und Gemeinschaft näher bringen und die Kinder stärken, es gehe um eine positive Vermittlung von österreichischem Kulturgut.

Landbauer erneuerte - nach einem abgelehnten Antrag im Landtag - die Forderung der Freiheitlichen, ein Kreuz in jedem Klassenzimmer von Pflichtschulen anzubringen. Derzeit müsse das Symbol in Niederösterreich nur in jenen Pflichtschulen hängen, an denen die Mehrheit der Schüler christlichen Glaubens ist.