Erstellt am 21. April 2015, 05:10

von Martin Gebhart

Strafe für Blasphemie?. Vertreter von Justiz, Politik, Kirche sowie Kunst setzten sich mit Herabwürdigung religiöser Lehren auseinander.

Am Podium der Diskussion über Blasphemie im bischöflichen Sommerrefektorium: Künstlerin Timna Brauer, Museumsdirektor Carl Aigner, Psychotherapeutin und Theologin Rotraud Perner, Moderator NÖN-Chefredakteur Martin Gebhart, Ex-Justizministerin Beatrix Karl, Präsident der Initiative liberale Muslime Amer Albayati, Theologe Ludger Müller und Anwalt Alfred Noll.  |  NOEN, Zarl
Die Philosophisch-theologische Hochschule in St. Pölten will gezielt neue Akzente setzen. Dazu zählt unter anderem der Hochschulkurs „Vergleichendes Kanonisches Recht“, der ab dem Wintersemester angeboten wird. Eine Art Startschuss dazu war in der Vorwoche eine breite Diskussion zum Thema „Blasphemie“.

Die entscheidende Frage der Diskussion: Was zählt mehr, die Meinungsfreiheit bzw. die Freiheit der Kunst oder der Schutz des Religionsfriedens bzw. der Respekt vor den Religionen? Der Anlass: die Tragödie von Paris rund um Mohammed-Karikaturen sowie die österreichische Debatte über den Blasphemie-Paragraphen 188, den manche abschaffen wollen.

Zu Beginn der Diskussion wurde ein Video-Statement von Justizminister Wolfgang Brandstetter eingespielt, der klar für das Beibehalten des § 188 ist, wobei auf die Herabwürdigung religiöser Lehren eine Freiheitsstrafe bis zu sechs Monaten oder eine Geldstrafe bis zu 360 Tagsätzen steht. Wobei in der Diskussion deutlich wurde, wie schwer es ist, hier die richtigen Grenzen einzuziehen. Das unterstreicht auch die Realität: In den vergangenen Jahren gab es in Österreich kaum Verfahren wegen Blasphemie.