Erstellt am 18. September 2015, 08:32

von Martin Gebhart

"Die Drohgebärden sind unerträglich!". Ärztekammer läuft gegen Primärversorgungs- zentren Sturm. Gebietskrankenkasse reagierte darauf scharf. Der genaue Gesetzesentwurf soll in den kommenden Wochen vorliegen.

Obmann Gerhard Hutter: »Drohung ist skandalös.«  |  NOEN, zVg

Dennoch läuft die Ärztekammer bereits jetzt gegen die geplanten Primärversorgungszentren Sturm. Das gipfelte sogar in der Ankündigung, dass man alle Gesamtverträge kündigen wolle. Sprich: Patienten müssten dann direkt beim Arzt zahlen und könnten sich danach erst das Geld von der Gebietskrankenkasse holen. Dort bezeichnet man diese Ankündigung als „skandalös“.

Die Primärversorgungseinrichtungen wurden bereits 2014 von Bund, Ländern und Sozialversicherung abgesegnet. Dort sollen künftig Ärzte, Therapeuten und Pflegefachkräfte ganztägig für Patienten zur Verfügung stehen, um die Ambulanzen in den Spitälern zu entlasten. Die Ärztekammer wirft nun der Politik vor, so die Gesamtverträge zwischen den Krankenkassen und den Ärzten auszuhöhlen.

Gerhard Hutter ist über Drohung empört

Gerhard Hutter, Obmann der NÖ Gebietskrankenkasse, ist angesichts der Drohung der Ärztekammer empört: „Diese Drohung richtet sich gegen 8,5 Millionen Versicherte und Tausende Vertragsärzte, deren Existenz durch eine Vertragskündigung bedroht ist. Die gesundheitspolitischen Verantwortungsträger dürfen und können sich so eine Vorgangsweise nicht gefallen lassen.“ Die Ärztekammer bedrohe die Bevölkerung damit, die e-card für wertlos zu erklären.

Er selbst hält das Gesetz für richtig, man müsse es unterstützen. Eine gute Primärversorgung wäre für die Versicherten wichtig. SPÖ-Gesundheitsministerin Sabine Oberhauser zeigte sich verwundert, dass die Ärztekammer zu einem Zeitpunkt eine Vertragskündigung androhe, zu dem das Gesetz noch gar nicht auf dem Tisch liege. Sie ist sich aber bewusst, dass die Verhandlungen mit den Ärzten sehr hart werden.