St. Pölten

Erstellt am 19. April 2017, 11:55

von Walter Fahrnberger

Pröll: „Ich gehe mit Freude und großer Demut“. Nach fast 25 Jahren an der Spitze von Niederösterreich endete heute Mittwoch die Ära von Landeshauptmann Erwin Pröll (ÖVP).

Der Sitzungssaal des NÖ Landtags  |  Walter Fahrnberger

„Heute stehe ich ein letztes Mal hier, weil ich das Staffelholz des Landeshauptmanns an meine Nachfolgerin übergeben werde“, sagte Pröll zu Beginn seiner Rede im bis auf den letzten Platz gefüllten Landhaus.

Neben allen 56 Landtagsabgeordneten im Sitzungssaal nahm auf den Besucherrängen neben der Familie von Erwin Pröll auch zahlreiche Prominenz Platz. Darunter auch der Wiener Bürgermeister Michael Häupl.

Pröll sprach von einem  besonderen Moment und einem besonders emotionellen Augenblick.

13.537 Tage im Dienste des Landes

„Heute endet meine lange Reise im Dienste des Landes NÖ, die 13.537 Tage gedauert hat“, hielt Pröll fest. Er erinnerte daran, dass ihn Landeshauptmann Andreas Maurer vor 37 Jahren als Landesrat in die Regierung geholt hatte.

Erwin Pröll (re.) verabschiedete sich von Landtagspräsident Hans Penz. Foto: NLK/Burchhart  |  NLK/Burchhart

„Vor 25 Jahren durfte ich dann in das Führungsabteil umsteigen. Heute verlasse ich diesen Führerstand – nicht mit Wehmut und Abschiedsschmerz, sondern in unglaublicher Dankbarkeit, mit Freude und großer Demut“, betonte der scheidende Landeshauptmann. Pröll sehe vor sich, wie sich die Welt weitergedreht und die Politik verändert habe. In seiner Abschiedsrede brachte er auch viele Schlaglichter in Erinnerung.

NÖ ist in die Mitte Europas gerückt

Dazu zählen die Übersiedelung des Landhauses nach St. Pölten, die neue Rolle Niederösterreichs nach dem Fall des Eisernen Vorhangs. „Wir sind vom Rand Europas in die Mitte gerückt“, so Pröll, der meinte und resümierte: „Wir haben es eigentlich ganz gut geschafft.“

Der scheidende Landeshauptmann Erwin Pröll verlässt den Sitzungssaal des NÖ Landtages.  |  NLK/Burchhart

Pröll mahnte ein, dass Fortschritt gut und nötig sei, allerdings im richtigen Ausmaß. Außerdem unterstrich er die klare Position für Europa. Er verwies auf die Wichtigkeit der Kultur im Land und machte wie vor 25 Jahren Mut zur Zukunft. Für die Politik mahnte Pröll gegenseitigen Respekt ein und verwies darauf, dass von den 55.000 Regierungsbeschlüssen in seiner Ära 98 Prozent einstimmig gefasst worden waren.

Dank an alle Polit-Kollegen und die Familie

Der scheidende Landeshauptmann Erwin Pröll verlässt den Sitzungssaal des NÖ Landtages. Foto: NLK/Burchhart  |  NLK/Burchhart

Das Land sei selbstbewusst geworden, konkurrenzfähig, international und anerkannt. Pröll bedankte sich abschließend für die politische Zusammenarbeit bei den Abgeordneten sowie bei den Regierungskollegen, in den 37 Jahren nicht weniger als 41. Danach verabschiedete sich Pröll von der „Kommandobrücke“.

Seine Nachfolgerin, die  bisherige Landeshauptmann-Stellvertreterin  Johanna Mikl-Leitner (ÖVP) habe alle Voraussetzungen für diese Aufgabe. „Hanni, du übernimmst eine große Verantwortung, aber auch eine wunderschöne. Viel Glück dabei.“

Abschließend dankte Pröll seiner Familie und er verabschiedete sich emotional berührt mit den Worten: „Gebt alles für dieses unser Niederösterreich. Der Herrgott möchte euch dabei begleiten“. Danach folgten minutenlange Standing Ovations im Landhaus…