Erstellt am 29. Dezember 2015, 07:13

von Martin Gebhart

Einheitlicher Beginn für die Zentralmatura. Prüfungen sollen österreichweit gleichzeitig durchgeführt werden. Bifie für Zentralmatura nicht mehr zuständig.

SPÖ-Bildungsministerin Gabriele Heinisch-Hosek: Gemeinsamer Beginn für Matura.  |  NOEN, APA
Heuer gibt es keine Ausnahmen mehr. Diesmal ist die Zentralmatura für alle verpflichtend, auch für alle berufsbildenden höheren Schulen (BHS). Im Vorjahr hatte sie flächendeckend an den allgemeinbildenden höheren Schulen (AHS) gestartet. Neu ist auch, dass diesmal die Prüfungen österreichweit gleichzeitig beginnen. Wobei die Reifeprüfungskommission derzeit 8.30 Uhr als gemeinsame Beginnzeit im Visier hat. Die einheitlichen schriftlichen Reifeprüfungen finden von 9. bis 19. Mai statt.

Die einheitliche Beginnzeit hat nur einen Grund: Dem Schummeln bei der Matura soll ein weiterer Riegel vorgeschoben werden. 2015 war es den einzelnen Schulen noch frei gestellt gewesen, um welche Uhrzeit die schriftlichen Prüfungen beginnen. Da wurden danach allerdings Stimmen laut, dass das ausgenutzt werden könnte, um Informationen über Angaben etwa per Smartphone an später startende Schulen zu übermitteln.

Neue Aufgaben für Forschungsinstitut

Heinisch-Hosek: „Ansonsten wird es für den Zentralmatura-Termin 2016 keine wesentlichen Änderungen geben, weil es auch keinen Bedarf gibt“, so SPÖ-Bildungsministerin Gabriele Heinisch-Hosek. Die Probleme mit der überlasteten Internet-Plattform, auf der die Maturanten den ersten Teil der neuen Reifeprüfung hochladen konnten, seien bereinigt worden, so Heinisch-Hosek. Für diesen ersten Teil, die vorwissenschaftliche Arbeit, habe man außerdem die Vorgaben zu den Zitierregeln konkretisiert.

Was sich allerdings total geändert hat: Das Bildungsforschungsinstitut (Bifie) ist nicht mehr für die Zentralmatura zuständig. Für diese ist nun ausschließlich das Bildungsministerium zuständig. Das Bifie selbst wird nun neu organisiert. Einen diesbezüglichen Nationalratsbeschluss hat der Bundesrat wenige Tage vor Weihnachten in seiner Sitzung abgesegnet.

Die neuen Vorgaben für die Forschungseinrichtung: Die Doppelspitze des Instituts wird abgeschafft, der für die Reifeprüfung zuständige Standort Wien aufgelöst. Die Zweigstellen in Klagenfurt und Graz bleiben. Außer der Aufsichtsrat fällt einen gegenteiligen Beschluss. Von nun an soll sich das Bifie vermehrt auf angewandte Bildungsforschung sowie auf diverse Testverfahren an Schulen konzentrieren. Gesetzlich ist nun eine einjährige Übergangsfrist bis zur vollständigen Umsetzung des „Bifie neu“ vorgesehen. Die Ausschreibung des neuen Direktorenpostens an der Spitze erfolgt mit 1. Jänner.