St. Pölten

Update am 17. Mai 2018, 15:08

von APA Red

Alois Schwarz ist neuer Bischof von St. Pölten. Der Vatikan hat die Ernennung von Alois Schwarz zum neuen römisch-katholischen Bischof von St. Pölten offiziell bekanntgegeben.

Der St. Pöltner Bischof Alois Schwarz  |  Pressestelle Diözese St. Pölten/Helge Bauer

Der 65-Jährige leitet derzeit die Diözese Gurk-Klagenfurt. Er löst in St. Pölten den 77 Jahre alten Klaus Küng ab, dessen Amtszeit nach Einreichen seines Rücktrittsgesuchs im Jahr 2015 verlängert worden war.

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Bekannt gegeben wurde die Bischofsernennung wie üblich zu Mittag in der päpstlichen Presseaussendung, dem Bollettino. Wann Schwarz die Geschäfte in St. Pölten übernehmen soll, steht noch nicht fest. Details will die Diözese in Anwesenheit des neuen Bischofs in einer Pressekonferenz heute, Donnerstag, um 13 Uhr bekanntgeben.

"Freue mich auf Miteinander in der Diözese St. Pölten"

„Mein Dank gilt meiner bisherigen Diözese, die mich mit der religiösen Kultur und der Glaubenskraft der Menschen reich beschenkt hat. Ich fühle mich ihnen und dem Land sehr verbunden, sie sind mir zur Heimat geworden. Dies hat es mir nicht leicht gemacht, den Auftrag und die großen Erwartungen des Heiligen Vaters anzunehmen, doch ich fühle mich im Gebet getragen, mich auf diese neue Aufgabe einzulassen", so Bischof Schwarz in einer ersten Stellungnahme zu seiner Ernennung. "Ich freue mich auf ein Miteinander in der Diözese St. Pölten, dass wir gemeinsam die Zeichen der Zeit wahrnehmen und die Freude des Evangeliums spürbar wird. Ich empfinde es zudem als besondere Fügung, dass gerade nun, in Vorfreude auf das Pfingstfest, meine Ernennung erfolgt. Dies lässt mich auf das Wirken des Heiligen Geistes vertrauen“,

„Ich begrüße die Entscheidung von Papst Franziskus und heiße Bischof Alois in der Diözese St. Pölten herzlich willkommen. Ich freue mich, die Leitung der Diözese in jüngere Hände legen zu können“, erklärte dazu Bischof Klaus Küng.

Schönborn gratuliert Schwarz

Kardinal Christoph Schönborn hat dem designierten Bischof von St. Pölten, Alois Schwarz, zu dessen Ernennung gratuliert. Der derzeitige Bischof der Diözese Gurk-Klagenfurt sei ein "umsichtiger Hirte, der weiß, wo der Schuh drückt", sagte Wiens Erzbischof am Donnerstag gegenüber "Kathpress". Schwarz selbst sagte, er freue sich auf ein Miteinander in der Diözese St. Pölten.

Schwarz bringe viel Gespür für gesellschaftliche Veränderungen mit und werde "aus einer starken Gläubigkeit heraus diese gar nicht einfache Aufgabe" angehen, umschrieb der Vorsitzende der Österreichischen Bischofskonferenz den designierten Nachfolger von Bischof Klaus Küng in St. Pölten. Mit Schwarz kehre ein Niederösterreicher nach Niederösterreich zurück. "Er wird für uns ein wirklicher Gewinn sein", so Schönborn.

Besonders hob Wiens Erzbischof die Vielseitigkeit des künftigen St. Pöltner Bischofs hervor. Schwarz sei unter anderem ein "guter Analytiker" und Experte für alle großen Felder der Seelsorge. Dank und Würdigung sprach Schönborn dem scheidenden St. Pöltner Bischof aus. Küng habe diese Aufgabe 2004 "unter wirklich sehr schwierigen Bedingungen" übernommen und sie dann "wirklich bestens gemeistert".

Als besonderen Verdienst hob der Kardinal Küngs Einsatz in der Bischofskonferenz für die Themen Ehe und Familie hervor, das auch nach seiner Emeritierung ein Kernanliegen der Kirche bleiben werde. Ebenso würdigte Schönborn Küngs "umsichtigen, ehrlichen und offenen Umgang" mit dem Thema Missbrauch; seiner "klaren, geraden und ehrlichen Umgangsweise mit diesem schmerzlichen Problem" verdanke die Kirche in Österreich sehr viel.

Der erste Besuch des designierten Bischofs von St. Pölten galt laut "Kathpress" übrigens der Magna Mater Austriae in Mariazell, um dort zu beten. Schwarz machte am Donnerstagvormittag auf seinem Weg von Klagenfurt nach Niederösterreich im Marienwallfahrtsort Station, um innezuhalten und Gott um seinen "Segen für die Gläubigen und alle Menschen in Österreich" zu bitten.

Land sagt "ein herzliches Willkommen"

"Mit Alois Schwarz kehrt ein Niederösterreicher nach Niederösterreich zurück", freute sich Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner (ÖVP) am Donnerstag über die offizielle Bestellung des neuen Bischofs für die Diözese St. Pölten. Das Land sage "ein herzliches Willkommen".

"Alois Schwarz zeichnet sich aus durch Sensibilität und Menschlichkeit und ist ganz klar in seinen Entscheidungen", hielt Mikl-Leitner fest. Sie habe den neuen Diözesanbischof "als einen Menschen kennengelernt, der das Miteinander besonders in den Vordergrund stellt". Auch in schwierigen Zeiten für die Kirche habe er immer den Dialog gesucht, andere Meinungen gehört und mit Kritikern ausdiskutiert. "Diese menschliche Qualität und Geradlinigkeit macht ihn nicht nur zum Vorbild, sondern auch zu einem Hoffnungsträger."

Gleichzeitig richtete die Landeshauptfrau "ein großes Danke" an den scheidenden Bischof. "Klaus Küng hat die Diözese St. Pölten und damit das Land Niederösterreich in den vergangenen Jahren intensiv geprägt und mitgestaltet." Küng sei in einer besonders herausfordernden Situation nach St. Pölten gekommen und habe "mit Menschlichkeit, Nächstenliebe und der großen Kraft eines tiefen Glaubens für Ausgleich gesorgt." Mikl-Leitner dankte Küng zudem "für das hervorragende Miteinander zwischen Diözese und Land" - etwa bei zahlreichen Denkmalschutzprojekten.