Erstellt am 21. März 2017, 02:18

von Walter Fahrnberger

Ertl: „Der große Wurf ist das nicht“. Reform in Begutachtung geschickt. Lehrergewerkschaft noch nicht zufrieden.

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Nach zähen Verhandlungen wurde von der Regierung der Gesetzesentwurf zum Schulautonomiepaket in Begutachtung geschickt. Die Lehrergewerkschaft ist mit dem Ergebnis aber nach wie vor nicht restlos zufrieden und hofft, nach der achtwöchigen Begutachtung noch einige ihrer Forderungen reinzuverhandeln. „So ist das zumindest erstmals vereinbart“, so Helmut Ertl, Vorsitzender der NÖ Landeslehrer. Für ihn ist der Gesetzesvorschlag „bei Weitem noch nicht der große Wurf“. Ertl: „Es ist nicht das abgebildet, was Schule jetzt braucht.“

Bei der Clusterbildung – dem Zusammenschluss von bis zu acht Schulen – gäbe es zwar mehr Autonomie. Ertl fehlen dann aber genügend Kräfte für die Administration bei den einzelnen Schulen. Dass die Direktoren künftig Unterrichtsdauer, Klassenschülerhöchstzahl sowie Teilungsziffern (bisher 25 Schüler) selbst festlegen können, ist für Ertl der einzige Freiraum, der beim neuen Autonomiepaket für die Schulen übrig bleibt. Der Rest sei letztlich bloß eine Veränderung von Organisations- und Verwaltungsstrukturen.

Bildungslandesrätin Barbara Schwarz (ÖVP) befürwortet die Maßnahmen zur Vereinfachung der Verwaltung: „Mit der Stärkung der Autonomie der Schulstandorte wird eine unserer zentralen Forderungen umgesetzt und künftig mehr Gestaltungsfreiraum für die Experten vor Ort in unseren Schulen ermöglicht.“ Schwarz sieht aber auch noch Bedarf an weiteren Ausarbeitungen und Entwürfen.

SPÖ-Landesparteiobmann Matthias Stadler hingegen ist mit dem Ergebnis sehr zufrieden. Er sieht in dem von SP-Bildungsministerin Sonja Hammerschmid präsentierten Paket einen echten Fortschritt – sowohl in der Schulverwaltung als auch in der flexiblen Unterrichtsorganisation. Die „geforderten Aufweichungen der Personalvertretung“ sind für Stadler „unverständlich“.