Erstellt am 19. Januar 2018, 16:33

von Walter Fahrnberger

Christa Kranzl unterstützt Johanna Mikl-Leitner. Paukenschlag im Landtagswahlkampf.  Christa Kranzl (57), ehemalige Landesrätin der SPÖ (von 1999 bis 2007) und später sogar Verkehrsstaatssekretärin (2007 bis 2008 ) in der „Regierung Faymann“,  unterstützt Landeshauptfrau und ÖVP-Spitzenkandidatin Johanna Mikl-Leitner.

Franz Gleiß/Erich Marschik

Das bestätigte Kranzl im NÖN-Telefonat. „Ich habe mir die Entscheidung gut überlegt. Hauptgrund ist, dass zu wenige Frauen in der Politik zum Zug kommen. Deshalb will  ich als Frau eine Frau unterstützen“, erklärt Kranzl. Auch dass Mikl-Leitner aktuell die einzige Landeshauptfrau in ganz Österreich ist, bestärkt Kranzl in ihrer Meinung.

Kranzl: „Ich bin gefragt worden“

In ihrer gemeinsamen Zeit in der NÖ Landesregierung sei das Verhältnis zu Mikl-Leitner immer korrekt gewesen. Die Landeshauptfrau habe Handschlagqualität, meint Kranzl. „Ich bin auch schon in der Ära von Erwin Pröll gefragt worden, ob ich dem Unterstützer-Komitee beitreten möchte. Da habe ich abgesagt. Aber jetzt ist das eine ganz andere Situation“, betont Kranzl, die nicht von Mikl-Leitner selbst, sondern von Personen im Umfeld der Landeshauptfrau gefragt worden sei.

SPÖ-Ausschlussverfahren noch immer offen

Ein nicht unwesentlicher Grund für den Schritt ist wohl auch das nach wie vor nicht abgeschlossene SPÖ-Parteiausschluss-Verfahren gegen Christa Kranzl. Das wurde 2010 eingeleitet, nachdem die nunmehrige Unternehmensberaterin bei der Gemeinderatswahl in ihrer Heimatgemeinde Persenbeug-Gottsdorf mit der eigenen Liste „Christa Kranzl und Unabhängige“ gegen die Bürgermeister-SPÖ angetreten war. Die Liste schaffte damals mit vier Mandaten den Einzug in den Gemeinderat. Seit 2015 sind sogar fünf Mandatare der Liste Kranzl vertreten. Das Verfahren liegt nach wie vor zur Bearbeitung bei der Bundes-SPÖ.

„Keine politischen Ambitionen mehr“

Für Kranzl hätte die SPÖ demnach genügend Zeit gehabt, sie wieder auf ihre Seite zu bringen. Das ist aber nicht passiert. Sie fühle sich frei in ihren Entscheidungen und nachdem sie von SPÖ-Seite seit 2010 auch nicht immer freundlich behandelt wurde, sehe sie keine Anlass, die SPÖ  rund um Franz Schnabl zu unterstützen. Kranzl legt Wert darauf, dass es für die Unterstützung keinerlei Gegenleistung gibt. „Ich gehe in zwei Jahren in Pension und habe auch politisch keine Ambitionen mehr“. Ihr vorwiegendes Anliegen ist aber, dass sich der Frauenanteil in der Politik erhöht.

Auch NEOS-Mann für Mikl-Leitner

Auch für das ehemalige NEOS-Landesteam-Mitglied Tobias Monte ist seine politische Heimat keine wählbare Alternative mehr. Er spricht sich klar für „Johanna Mikl-Leitner und die NÖVP“ aus, wie er in einer Aussendung betont.