Erstellt am 21. Oktober 2015, 06:32

von Martin Gebhart

Asylwerber statt Saisonarbeiter?. Vorschlag für Einsatz in Landwirtschaft. Androsch fordert Kompetenzcheck. Lager in Traiskirchen nun etwas entlastet.

Die Spendenausgabestelle der Caritas und des Innenministeriums im Lager in Traiskirchen.  |  NOEN, APA/HANS PUNZ

Knapp mehr als 11.000 Flüchtlinge werden derzeit in NÖ betreut, 8.300 davon befinden sich in der Grundversorgung des Landes. Bis Jahresende sollen 3.500 weitere Plätze in den Gemeinden zur Verfügung stehen. Und immer mehr drängt sich die Frage auf, wie diese Menschen künftig in den Arbeitsmarkt integriert werden können.

Der für Flüchtlingsfragen zuständige SP-Landesrat Maurice Androsch fordert nun auch in NÖ einen „Kompetenzcheck“, um die beruflichen Fähigkeiten von anerkannten Flüchtlingen durch das Arbeitsmarktservice klären zu können. Androsch: „Es sollen jene Qualifikationen, Kompetenzen und Fähigkeiten erhoben werden, die beruflich verwertbar sind, um so anerkannte Flüchtlinge besser und in kürzester Zeit am Arbeitsmarkt integrieren zu können.“ Davon würde auch der heimische Wirtschaftsstandort profitieren.

Keine heimischen Arbeitsplätze gefährdet

Ein ganz neuer Vorschlag kommt von der NÖ Landarbeiterkammer, die am Semmering ihre Vollversammlung abhielt. Präsident Andreas Freistetter kann sich vorstellen, die Kontingente für ausländische Saisoniers und Erntehelfer in der Landwirtschaft 2016 auszusetzen und stattdessen Asylwerber zu beschäftigen. Freistetter: „Diese Regelung würde die Kosten in der Grundversorgung reduzieren, gleichzeitig aber keinen einzigen heimischen Arbeitsplatz gefährden.“

Mittlerweile ist das Erstaufnahmelager in Traiskirchen auf dem Weg in Richtung Normalität. Derzeit sind dort nur noch 1.800 Flüchtlinge untergebracht, wodurch niemand mehr dauerhaft im Zelt leben müsse. Weiters versorgt nun die Caritas Flüchtlinge direkt im Lager.