Erstellt am 30. Januar 2018, 02:36

von Thomas Jorda

Offiziell sehr zufrieden. Die Mandate konnten verdoppelt werden. Aber es hätten mehr sein dürfen, was aber die Kampagne gegen Udo Landbauers schlagendes Liedgut schließlich verhindert hat.

Jubel um FPÖ-Spitzenkandidat Udo Landbauer Sonntagabend in St. Pölten. Trotzdem ist seine Zukunft in Partei und Landesregierung nicht endgültig geklärt. Sein Verhältnis zu antisemitischem Liedgut ist weiterhin ein Problem.  |  APA/ Pfarrhofer

Die Stimmung war offiziell bestens. Der Landtagsklub der FPÖ in St. Pölten jubelte, kaum war eine Kamera auf ihn gerichtet, pflichtbewusst laut. Immerhin holte man mit 133.889 Stimmen ein Ergebnis von 14,76 Prozent, ein Plus gegenüber der Landtagswahl 2013 von 6,55 Prozent. Die Mandate wurden von vier auf acht verdoppelt.

Trotzdem. Spitzenkandidat Udo Landbauer mied die obligate Verkündigung der ersten Hochrechnungen im blauen Landtagsbüro und kam erst zur offiziellen Konfronta tion der Spitzenkandidaten nach 18 Uhr nach St. Pölten. Und die – meist Herren der blauen Landesriege – mieden das dargebotene Glaserl Sekt und blieben lieber beim Zwettler Bier aus der Flasche.

"Nach der vergangenen Woche bin ich jetzt glücklich und zufrieden"

Landesparteiobmann Walter Rosenkranz, der das Recht der Spitzenkandidatur an den Wiener Neustädter Udo Landbauer abtreten musste, war jedenfalls offiziell sehr zufrieden mit dem Wahlausgang. „Nach der vergangenen Woche bin ich jetzt glücklich und zufrieden. Für die FPÖ ist in Niederösterreich die politische Realität eingekehrt.“ Umfragen, die den Blauen mehr als zwanzig Prozent signalisiert haben, hätte er „nie geglaubt“. Auch deshalb, weil man in der vergangenen Woche zwei, drei Prozent verloren hätte, „die der ÖVP genützt haben“. Die Sache mit der schlagenden Burschenschaft von Udo Landbauer habe sicher geschadet, wer die Affäre auf den Weg gebracht habe, könne er nicht sagen. „Ich weiß nicht, woher das gekommen ist, aber das war eine Kampagne.“

Der Stargast im blauen Klub, Staatssekretär Hubert Fuchs, schließt jedenfalls einen möglichen Schuldigen aus: „Ich glaube nicht, dass die Kampagne von der ÖVP gekommen ist.“

Dem Spitzenkandidaten streut Rosenkranz Rosen: „Landbauer hat einen perfekten Wahlkampf geliefert. Er ist aber in eine Schieflage gekommen, die ausgenützt wurde.“ Hätte Rosenkranz es besser gemacht? „Das glaube ich nicht. Aber bei mir hätte man den Liedertext nicht gefunden.“ Aha.

Landbauer möchte in die Landesregierung einziehen, weil er das den Wählern versprochen habe. Allfällige Missverständnisse mit den anderen Parteien wolle er ausräumen. Aber, das gibt er selbst zu: „Die personellen Entscheidungen werden erst in dieser Woche getroffen.“ Schauen wir, wen’s treffen wird.

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