Erstellt am 29. April 2016, 11:50

FPÖ plakatiert Hofer als "Stimme der Vernunft". Die FPÖ plakatiert ihren Präsidentschaftskandidaten Norbert Hofer im Stichwahlkampf als "Stimme der Vernunft".

 |  NOEN, APA

Gegen den Grünen Alexander Van der Bellen ritten Hofer und sein Wahlkampfleiter Herbert Kickl bei der Plakatpräsentation am Freitag heftige Attacken. Für die Wahl am 22. Mai zeigte sich Hofer zuversichtlich: "Ich glaube, dass wir doch recht deutlich über diesen 50 Prozent liegen werden."

Wie Kickl auf Anfrage sagte, sollen in den restlichen Wahlkampf noch einmal 1,2 Mio. Euro fließen. Zwei Mio. Euro hat die FPÖ nach eigenen Angaben bereits in die erste Phase der Kampagne investiert. Neu vorgestellt wurden nun zwei Plakate. Beide zeigen Hofer vor einer rot-weiß-roten Fahne, daneben die Slogans: "Stimme der Vernunft - Einer mitten im Leben" und "Das Recht geht vom Volk aus - Ein neues Amtsverständnis".

Ersteres, weil vieles, was von Linken als rechtsextrem punziert werde, in Wahrheit vernünftig sei, wie Kickl meinte. Zweiteres wegen seines Eintretens für direkte Demokratie, wie Hofer betonte.

Amt im Wahlkampf "nicht beschädigen"

Der FPÖ-Kandidat betonte eingangs, mit Van der Bellen "freundlich" umgehen zu wollen - "so, dass das Amt nicht beschädigt wird". Die Pressekonferenz dominierten dann über weite Strecken aber heftige Attacken auf den Grünen Konkurrenten. "Van der Bellen hat selbst gesagt, in einem Interview: Wenn es die Finanzmärkte erfordern, dann muss man lügen", behauptete Hofer. Außerdem habe der Grüne seine Meinung zu TTIP geändert und mit Franz Fischler einen "Lobbyisten für Agro-Gentechnik" im Personenkomitee.

Kickl stellte Van der Bellen als Linken in bürgerlicher Verkleidung dar. "Ich kaufe Herrn Van der Bellen den lieben alten Opa nicht ab", so der FPÖ-Generalsekretär. "Er ist ein Linker und er wird in der Hofburg, und das ist auch sein Auftrag, einen linken Kampfauftrag gesellschaftspolitisch umsetzen." Und außerdem habe er als Parteichef Abgeordnete wie Karl Öllinger und Peter Pilz ideologisch großgezogen.

Im Übrigen forderte Kickl Van der Bellen auf, sich von "linken Krawallbrüdern" zu distanzieren, die FP-Plakate beschmieren. Auf entsprechende Nachfrage betonte Kickl, dass sich auch Hofer von den jüngsten Störaktionen der "Identitären" distanziert hätte. Den Einwand, dass Parteichef Heinz Christian Strache die rechtsradikalen Aktivisten auf Facebook unterstütze, ließ der FP-Generalsekretär nicht gelten: "Jetzt geht es um die Wahl zum Bundespräsidenten und der Bundespräsidentschaftskandidat ist Norbert Hofer."