Erstellt am 21. Juni 2016, 06:15

von NÖN Redaktion

Schweigen ist gebrochen. 1944 mussten Juden in Gerasdorf Zwangsarbeit leisten. Überlebender kehrte zurück.

Zeitzeuge István Gábor Benedek vor dem Gedenkstein nahe dem Gerasdorfer Bahnhof.  |  NOEN, Höberth

„Verstehen Sie es so, dass ich ein kleines Stück meines Lebens hier gelassen habe“, so der Journalist und Schriftsteller István Gábor Benedek. Er und seine Familie waren 1944 von den Nationalsozialisten aus Ungarn deportiert und in ein Zwangsarbeitslager nördlich des Gerasdorfer Bahnhofs gebracht worden. Ein Schicksal, das er mit 280 anderen Juden teilte.

Lange war über dieses dunkle Kapitel der Stadtgeschichte geschwiegen worden, im vergangenen Jahr wurde es in Zusammenarbeit mit Historikern aufwendig aufgearbeitet. Es entstand eine schriftliche Dokumentation, als Mahnmal wurde ein Gedenkstein mit den Namen der Opfer nahe dem Bahnhof errichtet.

Straße nach Mutter benannt

„Am meisten rührt mich jedoch, dass eine Straße nach meiner lieben Mutter, Rósza Braun, benannt wurde“, so Benedek im NÖN-Gespräch. Die Aufklärung über den Nationalsozialismus ist dem Journalist und Schriftsteller ein wichtiges Anliegen, das er auch in seinen Werken umsetzt: „Dabei ist nicht die Zahl, sondern die Qualität entscheidend.“