Erstellt am 21. März 2017, 02:41

von Martin Gebhart

Länder sind für Primärversorgung. Bundesländer stärken neuer Gesundheitsministerin den Rücken. Die künftigen Primärversorgungszentren sollen die Krankenhäuser entlasten.

Die Gesundheitsreferenten der Länder tagten in Innsbruck: Christopher Drexler (Steiermark), Christian Stöckl (Salzburg), Beate Prettner (Kärnten), Maurice Androsch (NÖ), Bernhard Tilg (Tirol), Norbert Darabos (Burgenland), Christian Bernhard (Vorarlberg).  |  NOEN, Käfer

Während sich die Ärztekammer in Wien gegen die geplanten Primärversorgungszentren stellte, stärkten die Gesundheitsreferenten der Bundesländer diesbezüglich bei ihrem Treffen in Innsbruck der neuen SPÖ-Gesundheitsministerin Joy Pamela Rendi-Wagner den Rücken. Sie wollen, dass die Primärversorgung gestärkt wird.

Tirols Landesrat Bernhard Tilg, derzeit Vorsitzender der Gesundheitsreferenten der Länder: „Für die Länder besitzt die wohnortnahe Erstversorgung zur Entlastung der Spitäler ganz besondere Priorität. Im Zuge der Stärkung und des Ausbaus der Primärversorgung geht es vor allem darum, sicherzustellen, dass mehrere Hausärzte, diplomierte Pflegekräfte und Therapeuten gemeinsam und aufeinander abgestimmt die Patienten betreuen.“ Auch, um die Ambulanzen der Spitäler zu entlasten.

Niederösterreichs SP-Landesrat Maurice Androsch brachte beim Treffen die Forderung nach der Umsetzung des elek-tronischen Impfpasses ein.

„Um Impflücken in Zukunft besser schließen zu können, ist eine gesicherte Datenbasis über die Durchimpfungsrate der Bevölkerung für die Gesundheitsbehörden wesentlich. Die elek-tronische Erfassung bildet die Grundlage für die Einrichtung eines Einladungs- und Recall-Systems, das hilft, wichtige Impfungen nicht zu vergessen sowie die Bedeutung von Schutzimpfungen prinzipiell wieder stärker ins Gedächtnis rufen zu können“, so Androsch. Die übrigen Ländervertreter stellten sich hinter diese Forderung.

Auf der Tagesordnung stand auch ein Bericht über die Gesundheitshotline „Teweb“. Die rund um die Uhr erreichbare Hotline soll künftig für Patienten die erste Anlaufstelle sein. Ab April werden nun Pilotprojekte in Wien, Vorarlberg und NÖ gestartet. Androsch: „Bei uns ist für den Start des telefonischen und webbasierten Erstkontakt- und Beratungsservices alles auf Schiene.“