Erstellt am 29. Oktober 2015, 06:57

von Christine Haiderer

Umsetzung bei Primärversorgung stockt. Bis Zentren starten können, wird noch verhandelt und am Gesetz gebastelt.

Thomas Gamsjäger, Landeszielsteuerungskoordinator des Landes NÖ.  |  NOEN, NLK / Ernst Reinberger

Viele Patienten, die ins Krankenhaus kommen, müssten gar nicht hier behandelt werden. „Es ließe sich im niedergelassenen Bereich viel mehr erledigen, in gleicher Qualität“, so Thomas Gamsjäger, Landeszielsteuerungskoordinator des Landes NÖ. Öffnungszeiten rund um die Uhr, der Umstand, dass Untersuchungen gleich gemacht werden usw. aber sind starke Anreize. Anreize, denen Primärversorgung (Primary Health Care, PHC) entgegenwirken könnte. Weil diese Zentren längere Öffnungszeiten, andere Gesundheitsberufe vor Ort und eine gute Vernetzung zu anderen Ärzten bieten können.

„Mit PHC kann man die Versorgung der Patienten im niedergelassenen Bereich verbessern“, glaubt Gamsjäger. „Dennoch spießt es sich an der konkreten Umsetzung“, kritisiert er.

Modellversuche ab 2016 möglich

Notwendig dazu sind zum einen Verhandlungen zwischen Ärzten und Sozialversicherung. „Auf NÖ-Ebene sind wir gut unterwegs“, so Jan Pazourek von der NÖGKK. Wie lange die Gespräche noch dauern, ist noch offen. Aber: „Wir hoffen, dass wir heuer so weit kommen, dass wir nächstes Jahr mit Modellversuchen starten können.“

Auch 1.-Kurienobmann-Stellvertreterin Martina Hasenhündl glaubt, dass es bald eine Ausschreibung für Pilotprojekte geben kann. „Knackpunkt ist im Moment noch die Honorierung. Aber daran arbeiten wir fleißig.“

Ebenfalls ein Hindernis ist das geplante PHC-Gesetz: „Es gibt noch keinen formalen Entwurf“, so Gamsjäger. An diesem aber arbeitet man laut Gesundheitsministerium derzeit. Bis Ende des Jahres könnte er in Begutachtung sein. Zunächst soll es Gespräche mit Ländern und Sozialversicherung geben, dann mit der Ärztekammer.