Erstellt am 21. September 2015, 05:32

von Martin Gebhart

Was will die Generation Y?. In Krems wird über jene Generation diskutiert, der Glück wichtiger ist als Geld. Und darüber, was sie von der Arbeitswelt erwartet.

Max Neufeind von der Berliner Denkfabrik »Das Progressive Zentrum«.  |  NOEN, v

Sie gelten als die „Generation Y“ und werden den Arbeitsmarkt prägen. Jene junge Generation, die zwischen 1980 und 2000 auf die Welt gekommen ist und nach einer neuen Arbeitswelt verlangt. Was die tatsächlichen Wünsche und die Auswirkungen sind, das wird am Freitag und Samstag bei der diesjährigen Globart Academy im Kloster UND in Krems diskutiert. In jener NÖ Denkwerkstätte, die sich alljährlich mit gesellschaftlichen Entwicklungen auseinandersetzt.

Ausgleich von Arbeits- und Privatleben

Mit dabei ist unter vielen prominenten Vortragenden Max Neufeind, Experte für Fragen zur Zukunft der Arbeit in der Berliner Denkfabrik „Das Progressive Zentrum“. Gegenüber der NÖN definierte er diese „Generation Y“ folgendermaßen: „Sie ist eine Generation von Arbeitnehmern, die in der Lage ist, bestimmte Ansprüche zu artikulieren und sich auch durchzusetzen.“ Dabei gehe es um größere Freiheit bezüglich der Arbeitszeit und des Arbeitsplatzes. Und es gehe auch um Paar- und Familienkonstellationen, um einen Ausgleich von Arbeits- und Privatleben. „Es ist eine Generation, für die Glück wichtiger ist als Geld. Eine Generation, für die Beruf und Familie zusammengehören, die Probleme nicht delegiert, sondern Lösungen sucht“, wie Heidemarie Dobner und Wilfried Stadler im Einleitungstext zum Globart-Programm schreiben.

Arbeitswelt muss flexibler gestaltet werden

Für Max Neufeind ist klar, dass dazu die Arbeitswelt flexibler gestaltet werden muss. Von den Unternehmen, aber auch von der Gewerkschaft. Wobei der medizinische Aspekt, dass nach acht Stunden Arbeit die Fehlerzahlen hochgehen, ebenfalls berücksichtigt werden muss. Die Lösung liegt für ihn auf betrieblicher Ebene. Neufeind: „Ich glaube, zum Teil wird es darum gehen, auf betrieblicher Ebene eine Lösung zu finden. Das wird sich von Betrieb zu Betrieb sehr stark unterscheiden.“

Was die „Generation Y“ noch erwartet: Vielfach werden diese jungen Menschen weniger verdienen als die Generation davor. Aber: „Welchen Wert hat materieller Lohn für die Generation. Da ist es sicherlich so, dass Sinnhaftigkeit als eine zweite Form von Gehalt an Bedeutung gewinnt.“

Prozess des Wandels der Arbeits- und Wirtschaftswelt

Für Max Neufeind ist bei all diesen Vorstellungen aber die entscheidende Frage, ob es dieser Generation gelingt, ihre Interessen klar und konkret zu formulieren und sich auch einzubringen in einen Prozess des Wandels der Arbeits- und Wirtschaftswelt. Wobei auch die neuen technologischen Möglichkeiten zu dieser neuen Arbeitswelt führen werden.

Was er für einen Fehler der Generation hält: Sie sei zwar politisch interessiert, müsste sich aber auch parteipolitisch engagieren, um etwas zu verändern.


Die 18. Globart Academy

Die Globart Academy ist eine Denkwerkstätte, die sich mit aktuellen gesellschaftlichen Entwicklungen auseinandersetzt.

Die 18. Globart Academy findet vom 24. bis 26. September im Kloster UND in Krems statt.

Start ist am 24. September um 19 Uhr mit dem Eröffnungsabend, an dem der Künstler Tino Sehgal den Globart-Award erhält. Er hält auch den Festvortrag.

Am Freitag und Samstag finden ganztägig Vorträge und Workshops statt. Unter anderen mit André Heller, Philipp Harnoncourt, Erich Lessing, Michael Bohmeyer, Wilfried Stadler, Max Neufeind etc.

Das genaue Programm findet man auf www.globart.at