Erstellt am 13. Mai 2016, 12:46

von APA Red

Häupl: Entscheidung für Kern ist gefallen. Der interimistische SPÖ-Vorsitzende Michael Häupl geht davon aus, dass sich die SPÖ-Vertreter bei ihrem Treffen am Freitag für Christian Kern als neuen Parteichef und Bundeskanzler aussprechen werden.

Der formale Beschluss fällt aber erst am Dienstag, betonte Häupl am Rande einer Veranstaltung gegenüber Journalisten. Kern habe freie Hand bei der Auswahl für sein Regierungsteam, so Häupl.

"Sachlich sehr gut" zusammengearbeitet

"Die Entscheidung ist gefallen", erklärte Häupl. Die Auswahl der Regierungsmannschaft sei nun Angelegenheit des neuen Parteichefs, "selbstverständlich" habe dieser freie Hand dabei, meinte der Wiener Bürgermeister auch dazu, dass ihm eventuell Sonja Wehsely als Stadträtin abhandenkommen könnte.

Sein Verhältnis zum bisherigen ÖBB-Chef beschrieb Häupl als "ausgezeichnet, friktionsfrei". So habe man etwa sachlich "sehr gut" zusammengearbeitet, verwies er etwa auf Investitionen der ÖBB in Wien.

Vom neuen Parteivorsitzenden erwartet er, dass er die verschiedenen Gruppierungen in der Partei zusammenführt, sodass alle an einem Strang - und "in die selbe Richtung" ziehen. Alle zusammen müssen bestimmte Themenfelder diskutieren. Aber "wenn man will" sei auch in der Flüchtlingsfrage ein gemeinsamer Standpunkt "unschwer". Wichtig sei zudem das Wirtschaftswachstum und der Arbeitsmarkt, betonte Häupl weiters.

Zustimmung für Kriterienkatalog für Koalitionen

Angesprochen auf Gerhard Zeiler - der als Häupls Wunschkandidat gehandelt wurde, meinte der Bürgermeister, dies wurde ihm nachgesagt. Er sei mit Zeiler wie mit Kern sehr gut befreundet, nehme aber zur Kenntnis, dass er durch seine job-bedingten Abwesenheiten vor allem bei den Jungen nicht mehr so bekannt ist.

Ja, Zeiler sei ein guter Freund, es gehe aber nun nicht um seine eigene Befindlichkeit, so Häupl auf die Frage, ob er enttäuscht sei, dass nun nicht Zeiler sondern Kern Parteichef werden soll. Zeiler habe sich in den vergangenen Tagen "ausgezeichnet" verhalten, meinte Häupl außerdem.

Was die Position der Partei zur FPÖ betrifft, begrüßt der Wiener Landesparteichef den Vorschlag seines Kärntner Amtskollegen Peter Kaiser für einen Kriterienkatalog für Koalitionen. Wenn das der Ausweg sein könnte, werde er sich dieser Diskussion nicht verschließen.

Die Landesparteichefs der anderen Länder sprachen sich im Gegensatz zur Wiener Landesgruppe bereits in den vergangenen Tagen für Kern als Vorsitzenden aus. Häupl begründete dies am Freitag damit, dass er die formalen Abläufe einhalte. Seine Aufgabe sei es gewesen, einen tauglichen Vorschlag für den Bundesparteivorstand zu finden und nicht frühzeitig mit seiner persönlichen Meinung Journalisten zu bedienen, stellte er fest.