Erstellt am 15. November 2015, 12:23

von Martin Gebhart

Helga Krismer neue Landessprecherin. Führungswechsel bei den niederösterreichischen Grünen: Beim Landeskongress am Sonntag in Traiskirchen wurde Helga Krismer mit 83,57 Prozent zur Landessprecherin gewählt.

Wechsel an der Spitze der NÖ Grünen: Helga Krismer-Huber bedankte sich mit Gartengeschenk bei ihrer Vorgängerin Madeleine Petrovic.  |  NOEN, APA

„Ich bin überzeugt, dass das so für mich und für uns das beste ist.“ Mit diesen Worten bekräftigte Madeleine Petrovic beim Landeskongress der NÖ Grünen in Traiskirchen, dass ihre Rückzugs-Entscheidung der richtige Schritt gewesen ist. Als ihre Nachfolgerin wurde mit 83,57 Prozent der Delegiertenstimmen – 117 von 140 – die Badner Vizebürgermeisterin Helga Krismer-Huber zur neuen Landessprecherin gewählt. Diesmal auf drei Jahre, damit nicht vor der Landtagswahl 2018 neuerlich eine Landessprecher-Wahl stattfinden muss.

Menschlichkeit, Herzlichkeit und Weltoffenheit

Helga Krismer-Huber, auch Klubobfrau der NÖ Grünen im Landtag, hatte in ihrer Rede die Haltung der Grünen in der Flüchtlingsfrage als die Stärke der Partei betont: „Menschlichkeit, Herzlichkeit und Weltoffenheit, das sind die stärksten Waffen, die wir diesem Wahnsinn entgegensetzen können.“ Bei den Wortmeldungen zu ihrer Rede musste sie sich dann gegen den Vorwurf verteidigen, sie vereine zu viele Ämter – Landessprecherin, Klubobfrau, Vizebürgermeisterin – in ihrer Person. Krismers Reaktion: „Ich stehe da, weil ich mir das zutraue.“ Wobei sie auch von Madeleine Petrovic Unterstützung bekam: „Ich glaube, dass das wichtig und richtig so ist.“ Verbunden mit dem Rat, etwas diplomatischer zu werden. Madeleine Petrovic selbst will trotz ihres Rückzugs weiter für die NÖ Grünen aktiv bleiben.

Beim Landeskongress musste auch der Landesgeschäftsführer neu gewählt werden. Als einziger Kandidat stellte sich der Neunkirchner Hikmet Arslan der Wiederwahl. Er erhielt 86,81 Prozent der Delegiertenstimmen. Seine politische Ansage gegen die FPÖ: „Wer blau verhindern will, der muss grün wählen.
Für den Landeskongress war Traiskirchen bewusst als Tagungsort gewählt worden. Hikmet Arslan: „Traiskirchen ist eine Symbolstadt für die Menschlichkeit.“ Was hier die Politik bezüglich der Erstaufnahmestelle nicht geschafft habe, dass leiste die Zivilgesellschaft. Einige Vertreter wurde beim Kongress geehrt: Nedima Dalalic von der Caritas Wien, Corina Kornherr vom Roten Kreuz, Christoph Riedl von der Diakonie und Dominik Paireder vom Verein Guarantee on Tomorrow.