Erstellt am 25. April 2017, 02:57

von Martin Gebhart

Herr Sobotka, haben Sie sich verändert?. Mit Innenministerium ist der Niederösterreicher für die Schattenseiten der Gesellschaft zuständig. Humanist ist er geblieben.

Wolfgang Sobotka, mittlerweile bereits seit einem Jahr Innenminister in der Bundesregierung.  |  APA

21. April 2017: Auf den Tag genau vor einem Jahr hat der ehemalige ÖVP-Landeshauptmannstellvertreter Wolfgang Sobotka das Innenministerium übernommen. Seit diesem Tag ist er mehr mit den Schattenseiten der Gesellschaft beschäftigt – von den Kriminalfällen bis hin zum Terrorismus, von Grenzkontrollen bis zum Abschieben von Flüchtlingen. Hat er sich in diesem Jahr als Mensch verändert? Sobotka: „Sicher im Beruf, nicht im Privatbereich.“

"Ich bin weiterhin auf die positiven Kräfte der Menschen orientiert"

Wobei ihm klar ist, dass sich in der neuen Funktion die Sprache, die Auftritte ändern. Aber: „Die Betrachtung der Gesellschaft ändert sich nicht, nur der Blickwinkel ist anders“, so Sobotka zur NÖN. Sprich: Er sei weiterhin ein bekennender Humanist, habe sein positives Menschenbild behalten. Sobotka: „Ich bin weiterhin auf die positiven Kräfte der Menschen orientiert.“ Wovon etwa die Aktion „Gemeinsam sicher“ ein Ausfluss sei. Polizei und Zivilbevölkerung wollen gemeinsam das Sicherheitsgefühl heben.

Was er als seine entscheidende Aufgabe sieht: „Wir müssen den Erosionsprozessen unserer Gesellschaft entgegentreten.“ Doppelgesellschaften müssten verhindert, das Bekenntnis zum österreichischen Staat verstärkt werden. Da ist Sobotka als Innenminister besonders beharrlich. Mit Erfolg, wie die Vorwoche gezeigt hat: Seine Initiativen zum neuen Versammlungsrecht und zum Fremdenrechtsänderungsgesetz schafften es rund um seinen Jahrestag zu einem Beschluss im Innenausschuss bzw. zu einer Koalitionseinigung. Sobotka: „Das ist ein schönes Geburtstagsgeschenk.“