Erstellt am 25. April 2017, 01:16

von Walter Fahrnberger

„Hoffen auf ein neues Miteinander“. Kritik von der FPÖ an Mikl-Leitner. SPÖ, Frank und Grüne setzen auf Zusammenarbeit.

Helga Krismer von den Grünen hofft auf einen Kulturwandel.  |  Marschik

Unterschiedlich fielen die Wortmeldungen der im Landtag vertretenen Parteien nach der Wahl von Johanna Mikl-Leitner zur neuen Landeshauptfrau von Niederösterreich aus.

Von FPÖ-Klubobmann Gottfried Waldhäusl kam vor allem Kritik an der Volkspartei in NÖ sowie an Mikl-Leitners Asylpolitik in deren Ära als Innenministerin. Die Blauen waren auch die einzige Fraktion, die Mikl-Leitner nicht gewählt hatten.

FPÖ-Klubobmann Gottfried Waldhäusl kritisierte ÖVP und Mikl-Leitner.  |  Marschik

„Es ist noch viel Arbeit notwendig. Unser Niederösterreich hat sehr viele Problemfelder“, betonte Waldhäusl. Seiner Meinung nach hätte die ÖVP mit ihrer absoluten Mehrheit auch die Alleinverantwortung für diese Probleme zu tragen.

Ernest Gabmann von der Liste Frank bot Mikl-Leitner seine Mitarbeit an.  |  Marschik

Waldhäusl kostete seinen Auftritt, der wie die gesamte Angelobung live im ORF bzw. über Internet-Live-Stream übertragen wurde, gleich richtig aus. Da es keine Redezeitbeschränkung gab, hatten sich die Fraktionen eigentlich auf jeweils zehn Minuten geeinigt. Unbeeindruckt von dem Agreement überzog der FPÖ-Klubobmann die Zeit um mehr als das Doppelte.

Harmonischere Töne kamen von Helga Krismer (Grüne), der einzigen Dame unter den Klubobleuten: „Wir brauchen eine moderne Demokratie, der Landtag soll entstaubt werden“, meinte sie. Aus Respekt vor Verfassung, Landesregierung und den Wählern hätten die Grünen Mikl-Leitner gewählt. „Wir wollten keine Party-Crasher sein“, so Krismer, die sich nun auch einen Kulturwandel wünscht: „Wir hoffen auf ein neues Miteinander.“

SPÖ-Klubobmann Alfredo Rosenmaier setzt weiter auf Zusammenarbeit.  |  Marschik

Die SPÖ wiederum legt weiterhin großen Wert auf das Arbeitsübereinkommen mit der Volkspartei in Niederösterreich und will weiter vor allem eine „konstruktive Zusammenarbeit auf Augenhöhe“, wie SP-Klubchef Alfredo Rosenmaier betonte. Gratulationen für Mikl-Leitner gab es von Ernest Gabmann (Liste Frank). Der parteilose Walter Naderer verzichtete auf ein Statement.