Erstellt am 08. März 2016, 05:34

von Martin Gebhart und Martin Kalchhauser

Horner Kaserne bleibt vorerst offen. Verteidigungsminister Hans Peter Doskozil benötigt die Radetzkykaserne noch.

 |  NOEN, Erwin Wodicka (Erwin Wodicka)

Wenn es um die Schließung der Radetzkykaserne in Horn ging, war Ex-Verteidigungsminister Gerald Klug zu keinem Gespräch bereit. Er bestand auf der Schließung Ende 2016. Jetzt leitet der SPÖ-Mann das Infrastrukturministerium. Und sein Nachfolger als Heeresminister, der Burgenländer Hans Peter Doskozil (SPÖ), sieht das Ganze weit lockerer. Unter ihm hat das Ministerium vorerst von der Schließung der Kaserne abgesehen.

Erwin Pröll: „richtiger Schritt“

Doskozil hatte das in der Vorwoche ÖVP-Landeshauptmann Erwin Pröll mitgeteilt. Dieser bewertete die Entscheidung als „richtigen Schritt“. Ziel sei es nun, eine dauerhafte Lösung für die Radetzkykaserne zu finden. Der Grund für die neue Ausgangslage: Wegen der Flüchtlingssituation wird die Kaserne noch vom Heer benötigt. Das trifft auch auf weitere Standorte zu, die Klug schließen wollte. Ob die Kasernen dauerhaft geöffnet bleiben, hänge von der Zuteilung entsprechender Geldmittel ab, so Ministeriumssprecher Michael Bauer. Womit der Ball wieder einmal auch beim VP-Finanzminister liegt.

Horns Bürgermeister: „Wir haben Zeit gewonnen“

Horns Bürgermeister, ÖVP-Landtagsabgeordneter Jürgen Maier, ist über die neue Marschrichtung erfreut, bremst allerdings: „Man muss das Ganze sehr ruhig betrachten. Wir haben Zeit gewonnen. Die Schließung ist auf jeden Fall verschoben.“ In Horn jedenfalls hat man mit dem neuen Verteidigungsminister wieder Mut gefasst, dafür zu kämpfen, dass die Kaserne dauerhaft erhalten bleibt. Es gehe dabei nicht nur um die regionalpolitische Bedeutung, sondern auch um die militärische Nutzung.