Erstellt am 19. April 2017, 00:58

von Martin Gebhart

Hospiz: Caritas fordert den Ausbau. Drei-Punkte-Plan als Forderung an die Bundesregierung. In NÖ Versorgung beinahe flächendeckend.

Michael Landau: Ausbau des Hospizbereichs.  |  APA

Der Hospizbereich, die Begleitung von Sterbenden, müsse ausgebaut werden. Die Versorgung in diesem Bereich sei derzeit in Österreich nur zu 50 Prozent gedeckt. Deswegen fordert nun Caritas-Präsident Michael Landau die Umsetzung eines Drei-Punkte-Plans für den Hospiz- und Palliativbereich. Erstens einen flächendeckenden Ausbau bis 2020. Zweitens die Sicherung der Regelfinanzierung, damit man nicht weiter maßgeblich auf Spenden angewiesen ist. Und drittens die Sicherstellung eines Rechtsanspruchs auf professionelle Sterbebegleitung.

Wobei in NÖ die Begleitung von Sterbenden stark ausgebaut ist. Hier haben allein im Vorjahr Ehren- wie Hauptamtliche 1.514 Menschen betreut. Meist einige Monate, oft nur wenige Wochen. Hier gibt es sechs Palliativstationen mit 42 Palliativbetten, sieben stationäre Hospize mit 73 Betten, 31 Hospizteams mit 843 ehrenamtlichen Mitarbeitern, 20 Palliativkonsiliardienste und ein Tageshospiz.

"Da braucht es den Einsatz aller Beteiligten"

Michael Landau: „Jeder Sterbende ist ein Lebender – und zwar bis zuletzt! Ich bin sehr froh, dass diesem Gedanken in Niederösterreich bereits vielfach Rechnung getragen wird: in den Spitälern, in den Pflegewohnhäusern, im mobilen und im stationären Bereich. Die Versorgung ist hier beinahe flächendeckend erreicht. Ich würde mir wünschen, dass andere Bundesländer nachziehen. Denn derzeit ist der Bedarf in ganz Österreich nur zu knapp 50 Prozent gedeckt. Es mangelt an Betten, an stationären und an Tageshospizen. Und das Ziel ist klar: Die Hospiz- und Palliativversorgung – ob Zuhause, im Spital oder im Pflegewohnhaus – muss für alle Menschen erreichbar, zugänglich und leistbar sein! Gemeinsam kann das gelingen. Aber da braucht es den Einsatz aller Beteiligten: von Bund, Ländern, Gemeinden, von den Sozialversicherungen und von engagierten Bürgerinnen und Bürgern.“