Erstellt am 22. April 2016, 17:08

von Martin Kalchhauser

Humanisten im Wettstreit. Österreichs Top-Schüler in den Fächern Latein und Griechisch wurden im Waldviertel ermittelt. Niederösterreich holte zwei Bronzemedaillen.

Die Organisatoren Martin Seitz (BG Mödling, Keimgasse, rechts) und Alexander Menner (BG Bruck/Leitha, links) mit Landesschulratsdirektor Fritz Koprax, Markus Stimpfle aus Ertl (Bronze in Griechisch), Landesschulratspräsident Johann Heuras und Josef Takats aus Gablitz (Bronze in Latein/Kurzform, von links). Foto: Martin Kalchhauser  |  NOEN, Martin Kalchhauser
Die bereits 28. Auflage der Latein- und Griechisch-Bundesolympiade fand in der vergangenen Woche im tollen Ambiente des Schlosses Drosendorf im Bezirk Horn statt. 60 Schülerinnen und Schüler aus allen Bundesändern und Südtirol maßen sich, angeleitet von 15 Lehrkräften, in ihren Fähigkeiten der jeweiligen Fremdsprache.

Drosendorf war eine ideale „Olympiastadt“

Einen Scherz erlaubte sich der Bürgermeister der Stadt Drosendorf-Zissersdorf, als er die Gäste der abschließenden Siegerehrung mit „Salvete finisterrae“ quasi „am Ende der Welt“ begrüßte. Im Schloss, das der Landarbeiterkammer seit 37 Jahren als Kurszentrum dient, ist seit 2010 auch das „Talentezentrum NÖ“ untergebracht, wo in Kursen speziell talentierte Kinder und Jugendliche betreut werden.

Attraktives Rahmenprogramm im Grenzgebiet

Kursthemen waren beim zum vierten Mal von NÖ ausgerichteten Bundesbewerb heuer „Platon“ (Griechisch) sowie „Erasmus von Rotterdam“ (Latein). Ziel des Bewerbs ist es, Begabungen zu fördern sowie weltoffenes und tolerantes Denken zu vermitteln. Eine zweistündige Klausur schloss den Wettbewerb ab. Am Programm des viertägigen Aufenthalts im Norden des Landes standen Ausflüge nach Znojmo (Znaim) und zum jüdischen Friedhof in Safov (Schaffa) sowie ein Besuch der Stadt Weitra.

Zweimal Bronze für Niederösterreicher

In drei Bereichen (Griechisch, Latein/Kurzform und Latein/Langform) wurden die fünf Besten ermittelt und mit Urkunden und Sach- und Geldpreisen ausgezeichnet. Zwei Siege gingen nach Kärnten, einer nach Wien. Aus Niederösterreich konnten sich zwei Teilnehmer im Spitzenfeld platzieren. Im Bewerb Griechisch holte Markus Stimpfle aus Ertl im Bezirk Amstetten (Schüler des Seitenstettener Stiftsgymnasium) den dritten Platz. Im Bewerb Latein/Kurzform war Josef Takats aus Gablitz, Bezirk Wien-Umgebung (Schüler des Gymnasiums Purkersdorf) ebenfalls Drittbester.

Landesschulratspräsident Heuras gratulierte

Beim feierlichen Abschluss gratulierte Landesschulratspräsident Johann Heuras den Siegern und würdigte deren Engagement: „Unsere Gesellschaft braucht Humanisten, die unser Land und Europa weiterbringen.“ Wettbewerbe stachelten an, motivierten, hätten mit Leistung zu tun: „Schule kann nicht immer nur Spaß machen, aber sie kann Freude machen. Und um Erfolg zu haben, ist – wie im Sport – vorher eine gewisse Anstrengung nötig.“ Er freue sich vor allem, dass mit dem Thema des Bewerbs auch der große Humanist Erasmus von Rotterdam gewürdigt werde. „Er hat humanistisches Kulturgut gepflegt und die europäische Kultur geprägt.“ Unter den weiteren Beiträgen fiel vor allem Erwin Rauscher, Direktor der Pädagogischen Hochschule Wien/Krems auf, der in einem überaus pointierten Vortrag die Bedeutung der Kompetenzen der jungen Menschen für ihr Leben und die Gesellschaft unterstrich.

 
ZITIERT
 
„Wir sind hier sozusagen im Hogwarts des Landes Niederösterreich.“
Landesschulinspektor Friedrich Lošek
 
„Der Bürgermeister der Stadt Drosendorf wird uns nicht nur begrüßen, er hat auch die frohe Botschaft, dass es ein Buffet gibt.“
derselbe
 
„Willkommen am Ende der Welt! Aber auch Drosendorf kann man mit einem öffentlichgen Verkehrsmittel erreichen.“
Bürgermeister Josef Spiegl
 
„Ihr wart in diesen Tagen auch viel unterwegs und habt genug von der Region gesehen. Wenn nicht, könnt ihr ja wiederkommen!“
derselbe zu den Schülern
 
„In Drosendorf kann man jonglieren lernen, die Gehirnwindungen trainieren und auch die Seele baumeln lassen.“
derselbe
 
„Das hier ist ein tolles Event, echt cool! Aber es kommt nicht alles aus dem Englischen.“
Landesschulratspräsident Johann Heuras würdigte die Bedeutung der Fächer Griechisch und Latein
 
„Unterricht, des is a Hetz. Was man braucht, find’t man im Netz.“
Erwin Rauscher, Direktor der Pädagogischen Hochschule Wien/Krems, der mit provokanten Aussagen zum Thema Bildung punktete
 
„Dabeisein ist alles. Gewinnen ist aber auch nicht schlecht.“
Organisator Martin Seitz vom BG Mödling, Keimgasse