Erstellt am 22. September 2016, 12:14

von Walter Fahrnberger

Sechs Landwirtschaftliche Fachschulen vor Schließung. Das berufsbildende Landesschulwesen wird neu aufgestellt. Gewerbliche Berufsschulen und Landwirtschaftliche Fachschulen werden in den kommenden fünf Jahren zusammengelegt.

Die Landwirtschaftliche Fachschule in Sooß (kleines Bild) wird in das neue Kompetenzzentrum in Pyhra integriert.  |  Herzi Pinki/wikimedia, NÖN

Die Strukturprobleme in der Landwirtschaft sowie bei Lehrberufen haben nun auch Auswirkungen auf die berufsbildenden Landesschulen.

In den kommenden fünf Jahren werden in Niederösterreich sechs Standorte von Landwirtschaftliche Fachschulen (LFS) geschlossen und mit anderen Standorten zusammengeführt. Durch diese Bündelung sollen neue Kompetenzzentren geschaffen werden. Dafür investiert das Land NÖ 100 Millionen Euro in Baumaßnahmen und eine zeitgemäße Infrastruktur. 

Anzahl der Landwirte sinkt bis 2025 stark

Grund dafür ist, dass laut einer Studie die Anzahl der landwirtschaftlichen Betriebe in Niederösterreich im Zeitraum von 2013 bis zum Jahr 2025 von 40.000 auf 30.000 sinken wird. Aufgrund dieses Rückgangs der Schülerzahlen werden die Schulen weniger ausgelastet.

„Mit der Zusammenführung soll die Effizienz gesteigert werden“, betont Universitätsprofessor Gottfried Haber von der Donau-Universität Krems. Er ist einer der Wissenschafter, die mit Expertisen zum Thema die Neuordnung des Landesschulwesens bestärken.

Peter Filzmaier (Donau-Universität Krems), Landesrätin Barbara Schwarz und Gottfried Haber (Donau-Universität Krems) präsentierten die Pläne zur Neuordnung des berufsbildenden Landesschulwesens in Niederösterreich.  |  NLK Pfeiffer

Neue Aufgabe für Standort der LFS Gaming

Konkret bedeutet das folgendes: Im Bereich der Landwirtschaftlichen Fachschulen bedeutet dies: Der Standort der LFS Unterleiten wird in Hohenlehen aufgenommen, Ottenschlag in Zwettl.

Poysdorf wird in Mistelbach integriert und der Standort Tulln findet seinen Platz in Obersiebenbrunn.

Für den Standort Sooß bedeutet das eine Zusammenführung in Pyhra. Gaming wird zwar als Schulstandort erhalten bleiben, soll jedoch eine neue Aufgabe erhalten.

3.000 Berufsschüler weniger

Denn ähnliches trifft auch für die Landesberufsschulen zu, wo sich die Schülerzahlen in den drei Jahren von 20.000 Schüler auf 17.000 zurückgegangen ist. Daher wird es in Zukunft auch dort zu Schließungen kommen.

So wird der Standort der Landesberufsschule Hollabrunn in der Landwirtschaftlichen Fachschule Hollabrunn als Fleischkompetenzzentrum aufgehen und teilweise nach Geras integriert.

Wiener Neustadt wird in den Berufsschulen im südlichen Niederösterreich aufgehen. Schließlich wird die Stockerauer Expositur der Berufsschule Eggenburg in diese zurückgeführt.