Erstellt am 15. Dezember 2015, 06:08

von Martin Gebhart

Keine islamischen Kindergärten. In NÖ gibt es derzeit keine offizielle muslimische Kindereinrichtung. Ständige Überprüfungen.

 |  NOEN, APA/HANS KLAUS TECHT
VP-Integrationsminister Sebastian Kurz liegt derzeit mit der Stadt Wien im Clinch, weil er deren Umgang mit islamischen Kindergärten kritisiert und vor einer drohenden Parallelgesellschaft warnt. In NÖ gibt es derzeit keine einzige derartige Einrichtung, auch nicht bei den rund 30 privaten Kindergärten. Lediglich eine diesbezügliche Anfrage scheint auf. Das Projekt ist danach aber wieder im Sand verlaufen.

Die zuständige VP-Landesrätin Barbara Schwarz verweist auch auf ein engmaschiges Kontrollnetz in NÖ. „Bei uns in Niederösterreich treten, im Gegensatz zu Wien, als Kindergartenerhalter nahezu ausschließlich die Gemeinden auf. Mehr als 1.050 Landeskindergärten werden so in einer einzigartigen Kooperation zwischen Gemeinden und Land betrieben, wobei das Land in all diesen Einrichtungen die Kindergartenpädagogen, Sonderkindergartenpädagogen und Interkulturellen Mitarbeiter zur Verfügung stellt. Damit garantieren wir eine einheitliche Pädagogik, welche nach den Prinzipien der Offenheit und der Toleranz ausgerichtet ist“, so Schwarz.

„Garantieren eine einheitliche Pädagogik,
welche nach den Prinzipien der Offenheit
und der Toleranz ausgerichtet ist.“
Landesrätin Barbara Schwarz über NÖ Kindergartenpolitik.

Das gelte ähnlich auch für die privaten Kindergärten. Schwarz: „Auch die rund 30 Privatkindergärten in Niederösterreich, unterliegen dem engmaschigen Netz der Fachaufsicht durch die Landesregierung, wobei die pädagogische Arbeit in allen niederösterreichischen Kindergärten durch laufende, unangekündigte Besuche der Kindergarteninspektorinnen beurteilt wird.“

Konfrontation mit der Welt der Religionen

Schwarz verweist auch auf den Bildungsplan, der für die NÖ Kindergärten erstellt worden ist. „Die Grundlagen für die religiöse und interreligiöse Bildungsarbeit in unseren Kindergärten finden sich im Bildungsplan für Kindergärten in Niederösterreich. Ziel dabei ist, Lernprozesse anzuregen, die Kinder mit der Welt der Religionen bekannt zu machen, sie Unterschiede und Gemeinsamkeiten entdecken lassen und sie dazu zu befähigen, einander mit Offenheit und Interesse zu begegnen. Daher ist auch der Name des entsprechenden Kapitels in unserem Bildungsplan sehr bewusst gewählt: Ethik, Religion und Gesellschaft“, so die Bildungs-Landesrätin.

Bezüglich religiöser Traditionen gab es allerdings vor kurzem in St. Veit im Bezirk Baden einiges an Aufregung. Da war im Landeskindergarten der Besuch des hl. Nikolaus unerwünscht. Was speziell den zuständigen Berndorfer SPÖ-Bürgermeister Hermann Kozlik empörte. Die Kindergartenleitung in St. Veit wollte dazu nicht Stellungnahme. Im Amt der NÖ Landesregierung verwies man darauf, dass diese Entscheidung den einzelnen Kindergärten unterliege.