Erstellt am 14. Oktober 2012, 09:31

Erwin Pröll seit 20 Jahren NÖ Landeshauptmann. Erwin Pröll begeht am 22. Oktober ein in der Politik nicht alltägliches Jubiläum. Er ist dann 20 Jahre Landeshauptmann.

Erwin Pröll  |  NOEN

Länger im Amt war nur Eduard Wallnöfer, der Tirol von Juli 1963 bis Anfang März 1987 und damit fast 24 Jahre regiert hatte. Auf den legendären "Walli" fehlen dem 65-jährigen Weinviertler somit "nur" noch knapp 32 Monate.

Längst dienender Landeshauptmann Niederösterreichs ist Pröll schon seit Jahren. Den seinerzeitigen Rekord seines im Oktober 2010 verstorbenen Vorvorgängers Andreas Maurer (V) von 14 Jahren, einem Monat und 30 Tagen stellte er am 21. Dezember 2006, drei Tage vor seinem damaligen "60er", ein. Erwin Pröll ist ein "Christkind". Er wurde am 24. Dezember 1946 in eine Weinbauernfamilie in Radlbrunn (Bezirk Hollabrunn) geboren. Die Katastralgemeinde von Ziersdorf ist auch heute noch sein Zuhause.

Nach der Matura in Tulln und dem Präsenzdienst studierte Pröll an der Universität für Bodenkultur in Wien. Noch vor seiner Promotion als Agrarökonom wurde er 1972 in den Österreichischen Bauernbund geholt und dort bald wirtschaftspolitischer Referent. Seine politische Karriere begann er im Ortsbauernrat. Bereits im Alter von 33 wurde Pröll am 27. März 1980 in die NÖ Landesregierung gewählt, der er seither ununterbrochen angehört. Seit Frühjahr 1992 ist er auch Landesobmann der Volkspartei NÖ. Der Landeshauptmann ist verheiratet und Vater einer Tochter und dreier Söhne.

Pröll, der mit Leopold Figl und Eduard Hartmann zwei seiner Vorgänger als politische Vorbilder nennt und Andreas Maurer, der ihn einst in die Landesregierung geholt hatte, stets als väterlichen Freund bezeichnete, hat wiederholt betont, gern "erster Diener" des Landes zu sein. Ausgerechnet bei seinem ersten Antreten als Spitzenkandidat 1993 führte die Kandidatur des kurz zuvor gegründeten LIF dazu, dass die ÖVP die absolute Mehrheit verlor - die sie zehn Jahre später eindrucksvoll mit 53,3 Prozent zurückeroberte. 2008 waren es mit dem "Erwinator" voran dann sogar satte 54,4 Prozent.

Im Frühjahr 2013 geht die Volkspartei NÖ zum fünften Mal mit Erwin Pröll als Spitzenkandidat in eine Landtagswahl. Der dann 66-jährige Jubilar wünscht sich "schon einen Fünfer vorn", wie er jüngst in einem Interview mit der APA betonte. Und: Politiker zu sein mache ihm nach wie vor Freude, weil die Erfolge für Niederösterreich an der Entwicklung vom Land an der toten Grenze in die Mitte Europas sichtbar würden. Er ist der siebente Landeshauptmann Niederösterreichs seit 1945 - und wird es wohl bleiben.

"Für Niederösterreich etwas bewegen zu können, hält mich in Bewegung", sagte Pröll, auf das Jubiläum angesprochen. Zelebriert wird der Jahrestag aber keinesfalls: Feiern seien nicht vorgesehen, so Sprecher Peter Kirchweger.

"Abgehakt" ist für Pröll, dessen Wort seit Jahren auch auf dem bundespolitischen Parkett Gewicht hat, das Thema Bundespräsident. "Jeder weiß, dass ich für die Landtagswahl wieder kandidiere. Das sagt alles. Jeder weiß auch, dass ich keine halben Sachen mache", so Pröll in den Sommergesprächen mit NÖN-Chefredakteur Martin Gebhart.