Erstellt am 28. Januar 2018, 19:05

von Redaktion noen.at

Krismer: Verbleib der Grünen im Landtag "sensationell".

Helga Krismer  |  APA/HELMUT FOHRINGER

Die Grünen können aufatmen: Die erste Landtagswahl nach dem Nationalratswahldebakel 2017 ist gut gelaufen, sie bleiben in Niederösterreich im Landtag. Zwar verloren sie gegenüber 2013 mehr als ein Viertel ihrer Wähler, aber mit mehr als sechs Prozent (laut Hochrechnungen) bleiben sie mit drei (bisher vier) Mandataren im Landtag - obwohl es erstmals auch die NEOS ins Landesparlament schafften.

Damit haben die Grünen die erste Bewährungsprobe nach dem Nationalrats-Abschied bestanden - und ihr Ergebnis gegenüber der Bundeswahl deutlich verbessert: Im Oktober 2017 wählten nur 2,7 Prozent der Niederösterreicher grün, aber 4,2 Prozent die Liste Pilz. Und diesen Konkurrenten hatte die neue Grüne Frontfrau Helga Krismer beim Landes-Wahlgang nicht.

Somit blieb den NÖ Grünen der brutale Absturz erspart, den die Bundes-Grünen bei der Nationalratswahl erlitten hatten - nach langen Jahren voller Erfolge: Zuvor hatten sie sich in den Bundesländern fest etabliert mit sogar fünf Koalitionsbeteiligungen, Ex-Chef Alexander Van der Bellen wurde 2016 zum Bundespräsidenten gewählt.

Arbeit als Kontrollpartei fortsetzen

"Gerade nach den sehr schwierigen Monaten und dem Rausfall aus dem Parlament im Oktober ist der Verbleib im Landtag sensationell", meinte die Grüne Spitzenkandidatin Helga Krismer nach der Landtagswahl in Niederösterreich. Die Arbeit als Kontrollpartei könne im Bundesland fortgesetzt werden. 

Die Grüne Listenerste Krismer meinte, jede Stimme sei "ein Auftrag für die nächsten fünf Jahre". Eine absolute Mehrheit in Niederösterreich brauche Kontrollarbeit. "Auch in Zukunft werden wir das Engagement für Tier- und Umweltschutz, gesundes Essen ohne Glyphosat, aber auch den Kampf für das 365 Euro Öffi-Ticket für ganz Niederösterreich weiter führen", so Krismer.

Kein "Heim-Bonus" für Krismer in Baden

Obwohl die Grünen bei der Wahl am Sonntag den Verbleib im niederösterreichischen Landtag geschafft haben, gab es für deren Spitzenkandidatin offenbar keinen "Heim-Bonus": In Baden, wo Spitzenkandidatin Helga Krismer Vizebürgermeisterin ist, setzte es minus 1,68 Prozentpunkte. Die Grünen halten in der Kurstadt nun bei 14,39 Prozent, die NEOS schafften 9,80 Prozent.