Erstellt am 23. September 2015, 16:34

KPH bildet ab 2016 islamische Religionslehrer aus. An der Kirchlichen Pädagogischen Hochschule (KPH) Wien/Krems wird es ab Herbst 2016 im Zuge der Volksschullehrer-Ausbildung auch das Angebot geben, die Qualifikation für die Erteilung von islamischem Religionsunterricht zu erwerben.

 |  NOEN, pro.kphvie.ac.at
Möglich wird das durch die Integration des "Privaten Studiengangs für die Ausbildung islamischer ReligionslehrerInnen an Pflichtschulen" (IRPA) in die KPH. Dass der in Wien ansässige IRPA "unter das Dach der KPH kommt", sei "europaweit einzigartig", hieß es auf Anfrage an der KPH. Bisher konnten dort nur die Zusatzqualifikation für katholischen, evangelischen, orthodoxen und altkatholischen Religionsunterricht erworben werden.

Wie viele Studenten das neue Angebot wahrnehmen werden, könne man noch nicht genau abschätzten. Man rechne aber mit einer größeren Anzahl an Interessenten. Basis für die neue Kooperation ist eine Willenserklärung zwischen den christlichen Trägerkirchen der KPH Wien/Krems und der Islamischen Glaubensgemeinschaft in Österreich (IGGiÖ). Das IRPA wird ein Institut der KPH.

Dialog der Religionen fördern

"Diese Zusammenarbeit von Christen und Muslimen fördert den Dialog der Religionen, der die eigene Identität wahrt, die Unterschiede ernst nimmt und das Gemeinsame in den Mittelpunkt stellt", wird die Hochschulratsvorsitzende der KPH, Andrea Pinz, in einer Aussendung zitiert. Man sei sich der "Verantwortung und der großen Chance bewusst, die dieser Schritt mit sich bringt", so Rektor Christoph Berger. "Die Kooperation soll Modellcharakter für ganz Europa haben und zu mehr Verständnis füreinander und einem respektvollen Miteinander beitragen."

Der Präsident der Islamischen Glaubensgemeinschaft Fuat Sanac sieht in der Vereinbarung einen Schritt zur Förderung des Zusammenhalts in der Gesellschaft. Man biete angehenden Lehrern "eine umfassende Qualifikationsperspektive von hohem integrativen Wert".

Die KPH Wien/Krems zählt momentan etwa 2.500 Studierende in der Erstausbildung und ungefähr 1.000 Studierenden in Weiterbildungslehrgängen.