Erstellt am 23. Mai 2017, 02:54

von NÖN Redaktion

Kremserin führt Grüne in die Wahl. Nach Rücktritt von Eva Glawischnig ist Ulrike Lunacek Spitzenkandidatin der Grünen.

Die gebürtige Kremserin Ulrike Lunacek wird die Grünen als Spitzenkandidatin in die Nationalratswahl im Oktober führen.  |  APA

Keine Woche ohne politische Überraschungen. Diesmal war es der plötzliche Rücktritt von Eva Glawischnig als Bundessprecherin der Grünen. Danach entschied sich die Partei für eine Doppelspitze: Die Tirolerin Ingrid Felipe wird Bundessprecherin, die gebürtige Kremserin Ulrike Lunacek (59) Spitzenkandidatin bei der Nationalratswahl am 15. Oktober.

So sehr die NÖ Grünen den Rückzug von Glawischnig bedauerten, so sehr stehen sie hinter dem neuen Führungsduo. Landessprecherin Helga Krismer hatte sich bereits nach dem Rücktritt von Glawischnig dafür ausgesprochen, dass wieder eine Frau an der Spitze stehen soll. Ihre Reaktion auf die neue Doppelspitze gegenüber der NÖN: „Dem Rechtsruck wird sich Ulrike Lunacek bestimmt entgegenstellen. Sie steht für ein Miteinander, für Respekt und für ein starkes Europa.“

"Zweistellig sollte das Ergebnis schon auf jeden Fall sein"

Derzeit ist Lunacek noch Vizepräsidentin im Europäischen Parlament. Das wird sie auch noch einige Zeit bleiben, ehe sie sich dann in den Wahlkampf für die Nationalratswahl im Oktober stürzt. Ihr Ziel: „Zweistellig sollte das Ergebnis schon auf jeden Fall sein“, so Lunacek. Bei der Wahl 2013 erreichten die Grünen 12,4 Prozent, in aktuellen Umfragen liegen sie aber im einstelligen Bereich. Bei der EU-Wahl 2014 schaffte Lunacek übrigens rund 14 Prozent. Ihre ersten Ansagen sorgten gleich für Debatten. Sie wolle eine Regierungsbeteiligung der FPÖ verhindern. Und sie tritt für „Vereinigte Staaten von Europa“ ein.

Auf den Rücktritt von Eva Glawischnig, die diesen auch mit gesundheitlichen Problemen begründete, reagierte auch VP-Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner: „Ich habe Eva Glawischnig als faire Gesprächspartnerin erlebt. Sie ist eine starke Frau, die sich vor allem durch ihr Engagement gegen die Atomkraft und für die Umwelt ausgezeichnet hat. Ich wünsche ihr und ihrer Familie alles Gute für ihre Zukunft.“