Erstellt am 13. Januar 2016, 14:00

von APA/Red

Land NÖ forciert Internationalisierung der Wirtschaft. Niederösterreich will 2016 auf die weitere Internationalisierung der Wirtschaft im Land setzen.

Pröll, Bohuslav und Helmenstein.  |  NOEN, Marschik
Landeshauptmann Erwin Pröll (ÖVP) begründete dies anlässlich einer Arbeitsklausur seines Regierungsteams in Altlengbach am Mittwoch u.a. damit, dass das Exportvolumen erstmals über 20 Mrd. Euro liege. 

Gleichzeitig verwies er darauf, dass die Situation am Arbeitsmarkt angespannt bleibe.
Positiv registrierte nicht nur Pröll, sondern auch Christian Helmenstein vom Economica Institut für Wirtschaftsforschung, dass das regionale BIP die 50-Mrd.-Euro-Grenze überschritten habe.

Wäre Niederösterreich eine eigene Volkswirtschaft, läge das Land auf Platz 70 unter 196 Staaten weltweit. Gleichzeitig würde das Rang 19 in der EU bedeuten, sagte Helmenstein. Die Wirtschaftsleistung sei höher als etwa in Luxemburg oder Kroatien. Seit 2009 habe das regionale BIP um sechs Mrd. Euro zugenommen, plus 14,3 Mrd. seien es seit dem EU-Beitritt.

"Internationalisierung trägt Früchte"

"Die Internationalisierung der niederösterreichischen Wirtschaft trägt Früchte", merkte der Landeshauptmann an. Seien schon zuvor Russland, die Türkei und die Vereinigten Arabischen Emirate sowie zuletzt Großbritannien und die USA "bearbeitet" worden, wolle man 2016 einen Exportschwerpunkt auf den Iran setzen.

Punkten will das Land in dem "Markt von etwa 80 Mio. Menschen" mit Maschinen- und Anlagenbau, pharmazeutischen Erzeugnissen ebenso wie mit Umweltschutz, Wassertechnologie und Luftreinhaltung. Ziel sei es, das Exportvolumen bis 2021 von derzeit 50 Mio. Euro zu verdoppeln, sagte Pröll.

Im Land selbst blieben Unternehmensgründungen im Fokus. Weil in den vergangenen Jahren etwa 700 Mio. Euro in Wissenschaft und Forschung investiert worden seien, sollen nun Spin-offs die niederösterreichische Unternehmensstruktur verbreitern und erweitern. Dadurch seien auch entsprechende Effekte für den Arbeitsmarkt zu erwarten.

"Spin-off-Strategie" wird erarbeitet

An Wirtschaftslandesrätin Petra Bohuslav (ÖVP) ist laut Pröll der Auftrag ergangen, eine "Spin-off-Strategie" für Niederösterreich zu erarbeiten, wobei u.a. Finanzierungsfragen geklärt und Fördermöglichkeiten ausgearbeitet werden sollen.

Eine Standortaufwertung soll zudem die laufende Breitband-Initiative mit sich bringen. In diesem Jahr soll es 10.000 neue Anschlüsse geben, 600 davon für Unternehmen. 150 Mio. Euro werden Pröll zufolge investiert.

Den Arbeitsmarkt betreffend will das Land gezielte Maßnahmen für Gruppen wie ältere sowie gering ausgebildete Arbeitssuchende oder auch Langzeitarbeitslose fortführen. Dafür stehen laut Pröll im laufenden Jahr 255 Mio. Euro im Rahmen des territorialen Beschäftigungspaktes zur Verfügung. In der Prognose von 1,9 Prozent für das niederösterreichische Wirtschaftswachstum 2016 sieht der Landeshauptmann "Rückenwind, den wir durch wirtschaftspolitische Maßnahmen entsprechend nutzen wollen".