Erstellt am 12. Oktober 2016, 17:00

von APA Red

Grenzüberschreitender Rettungsvertrag unterzeichnet. Das Land Niederösterreich hat nach Südmähren vor knapp zwei Wochen nunmehr auch mit Südböhmen einen grenzüberschreitenden Rettungsvertrag unterzeichnet.

Kreishauptmann Mgr. Jiří Zimola und Landeshauptmann Dr. Erwin Pröll mit dem unterzeichneten Vertrag vor den Rettungsautos aus Südböhmen und Niederösterreich. (v.l.n.r.)  |  NLK Pfeiffer

Ende September unterzeichneten Landeshauptmann Dr. Erwin Pröll und Kreishauptmann JUDr. Michal Hasek den grenzüberschreitenden Rettungsvertrag zwischen dem Land Niederösterreich und dem Kreis Südmähren. Damit kommt in Niederösterreich und Südmähren ungeachtet der Staatsgrenze jenes Rettungsteam, das am schnellsten am Einsatzort sein kann.

Um das auch zwischen dem Land Niederösterreich und dem Kreis Südböhmen sicherzustellen, unterzeichnete Landeshauptmann Pröll am 12. Oktober einen ebensolchen Rettungsvertrag gemeinsam mit Kreishauptmann Mgr. Jiří Zimola im tschechischen Budweis.

Pröll spricht von „exzellenter Zusammenarbeit“

Landeshauptmann Pröll bedankte sich bei Kreishauptmann Zimola, dass man den grenzüberschreitenden Rettungsvertrag zwischen dem Land Niederösterreich und dem Kreis Südböhmen heute unterzeichnen habe können. „Unsere Zusammenarbeit geht schon über viele Jahre zurück“, sprach Pröll von einer „exzellenten Zusammenarbeit“.

„Wir haben eine Vielzahl an Arbeitsübereinkommen beschlossen, um grenzüberschreitende Arbeit voranzubringen“, so der Landeshauptmann, der betonte, dass der heutige Vertrag dabei ein Höhepunkt sei, denn dieser ziele darauf ab, „dass es Menschen gut geht“.

Rettungsvertrag mit besonderer Bedeutung

Dass der grenzüberschreitende Rettungsvertrag eine besondere Bedeutung habe, habe ein Ereignis vor knapp zwei Wochen gezeigt, erzählte Pröll, dass sich am Morgen, als er diesen Vertrag gemeinsam mit Kreishauptmann Hasek unterzeichnet habe, unmittelbar an der Grenze zwischen Niederösterreich und Südmähren ein schwerer Verkehrsunfall ereignet habe: „Noch bevor wir den Vertrag unterzeichnen konnten, hat sich gezeigt, dass diese grenzüberschreitende Zusammenarbeit notwendig ist“, so Pröll.

Der grenzüberschreitende Rettungsvertrag mit Südböhmen sei „eine Fortsetzung der Zusammenarbeit im Gesundheitsbereich der beiden Regionen“, betonte der Landeshauptmann das Projekt „healthacross“ in der Stadt Gmünd und České Velenice.

Beweis für gute Nachbarn

Gemeinsam habe man die Aufgabe, dass die Regionen des alten und neuen Europa gut zusammenwachsen. „Wenn ein Nachbar für den anderen sorgt und vorsorgt“, dann sei das der Beweis für gute Nachbarn, so der Landeshauptmann.

Kreishauptmann Zimola sagte, es freue ihn sehr, dass er den grenzüberschreitenden Rettungsvertrag mit Landeshauptmann Pröll unterzeichnen könne. Mit dem Vertrag sei sichergestellt, dass verletzte Personen möglichst rasch Hilfe bekämen. Zimola betonte, dass man mit diesem Vertrag zeigen wolle, dass die Gesundheit der Bevölkerung an erster Stelle stehe.

"Unübersehbares Zeichen für grenzüberschreitende Zusammenarbeit" 

„Schon seit längerem besteht eine enge Kooperation zwischen den österreichischen und tschechischen Rettungsdiensten, die sehr gut funktioniert“, erklärt der Ärztliche Standortleiter, Primar Michael Böhm, der gleichzeitig auch leitender Notarzt des Landesklinikums Gmünd ist. „Das heißt, dass zwar die tschechische Rettung die österreichischen Einsatzkräfte alarmieren konnte und vice versa, aber keiner der Rettungs- bzw. Notarztwagen durfte die Grenze des Nachbarlandes überfahren“, so Böhm weiter.

„Was dann folgte war ein oftmals aufwendiges Procedere, das durch das Umladen in den jeweils anderen Rettungs-, bzw. Notarztwagen zu Lasten der Patienten ging. Durch den bestehenden Rettungsvertrag wird in Zukunft jenes Rettungsteam alarmiert, das den Einsatzort - egal auf welcher Landesseite - am schnellsten erreichen kann, und bringt anschließend den Patienten ins nächstgelegene Krankenhaus.“

In der Rettungshalle des Landesklinikums Gmünd: Von li: Notarzt Dr. Jaroslaw Jazdzyk, Pflegestandortleiterin Herta Weissensteiner, MBA, Rettungssanitäter Lukas Machthuber, Ärztlicher Standortleiter und Leitender Notarzt Prim. Dr. Michael Böhm, Kaufmännischer Standortleiter Dipl. KH-BW Karl Binder, Rettungssanitäter Lucas Simon und Notfallsanitäter Christoph Schattauer-Schmidt
 
 |  Landesklinikum Gmünd

„Auch das Gmünder Projekt „Healthacross in practice“ profitiert vom Abschluss des Rettungsvertrages zwischen den beiden benachbarten Regionen“, freuen sich auch der Kaufmännische Standortleiter Karl Binder sowie Pflegestandortleiterin Herta Weissensteiner. „Seit 2013 bis zum heutigen Zeitpunkt konnten rund 3.000 tschechische Patienten im Landesklinikum Gmünd ambulant versorgt werden. Damit liegt der bisherige Erfolg des grenzüberschreitenden Gesundheitsprojektes klar auf der Hand. Für die Zukunft ist auch eine stationäre Versorgung tschechischer Patienten in unserem Haus geplant. Ein möglichst rascher, unkomplizierter Rettungstransport ins Krankenhaus ist nicht nur ein Zeichen der wachsenden, grenzüberschreitenden Zusammenarbeit mit unseren tschechischen Nachbarn im Gesundheitswesen, sondern auch ein enormer Qualitätsgewinn für die medizinische Versorgung unserer Patientinnen und Patienten.“