Erstellt am 19. April 2016, 06:34

von Martin Gebhart

Stadler: Erneut Absage an Landespolitik. SP baut absolute Mehrheit aus, FP legt stark zu, VP und Grüne als Verlierer. Landtagswahl 2018 für Bürgermeister kein Thema.

Zusammentreffen der Spitzenkandidaten am Wahlabend: Nicole Buschenreiter (Grüne), Matthias Stadler (SPÖ), Matthias Adl (ÖVP) und Klaus Otzelberger (FPÖ).  |  NOEN, Prchal

Als Bürgermeister Matthias Stadler nach den Landtagswahlen 2013 die Funktion des SPÖ-Landesparteivorsitzenden übernommen hat, war allen Beobachtern klar: 2016 wird die Nagelprobe, ob er in diesem politischen Doppelspiel auch bestehen kann. Er kann. Das zeigte sich eindrucksvoll am vergangenen Wahlabend, als das Ergebnis bekannt gegeben wurde: Matthias Stadler konnte die absolute Mehrheit in der Landeshauptstadt um 2,1 Prozent sogar ausbauen.

Damit dürften nun auch jene parteiinternen Kritiker verstummen, denen der Landeskurs der SPÖ zuletzt nicht passte. Vor allem nicht das gemeinsame Arbeitsübereinkommen mit der Landes-ÖVP von Landeshauptmann Erwin Pröll, das eine konstruktive Zusammenarbeit für das Land vorsieht.

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Auf der anderen Seite haben jene SPÖ-Landesfunktionäre Aufwind bekommen, die im Jahr 2018 Stadler gerne als Spitzenkandidat bei der Landtagswahl sehen würden. Da allerdings hat sich der St. Pöltner Bürgermeister festgelegt: Gegenüber der NÖN bekräftigte er, dass er die vollen fünf Jahre Bürgermeister bleiben wird.

SPÖ-Klubobmann Alfredo Rosenmaier dazu: „Ich verstehe und akzeptiere das. Und es würde mich sogar enttäuschen, wenn es nach dieser Ansage anders kommt.“ Jedenfalls war die gesamte SPÖ-Landesspitze nach St. Pölten gekommen, um mit Stadler den Wahlsieg zu feiern, wobei Landeshauptmannstellvertreterin Karin Renner St. Pölten als das „rote Herz Niederösterreichs“ bezeichnete. Ein Gratulationsanruf kam auch von SPÖ-Bundeskanzler Werner Faymann, der ja Stadler schon mehrmals als Minister in seine Regierung holen wollte.

FP-Jubel über Zugewinn, NEOS bleiben draußen

Auch wenn Matthias Stadler mit dem Ausbau der Absoluten am meisten Aufmerksamkeit erhielt, den höchsten Zuwachs konnte die FPÖ verzeichnen. Plus vier Prozent, was Zuwachs von zwei Mandaten bedeutet. Die Landesparteiführung, Walter Rosenkranz und Christian Höbart, gratulierte und sprach vom „historisch besten Ergebnis in St. Pölten“. Rosenkranz in Richtung Landtagswahl 2018: „Da es sich hier um den vorletzten, großen Urnengang vor der Landtagswahl 2018 handelt, kommt diesem Wahlerfolg zusätzliche Bedeutung zu. Das Erreichen unseres Zieles, 2018 vor der SPÖ die zweitstärkste politische Kraft im Land zu werden, kommt immer näher.“

Dass die Stadt-ÖVP gleich zwei Mandate verloren hat, wurde auf Landesebene so kommentiert: „Das Engagement und der Einsatz der ÖVP St. Pölten in den letzten fünf Jahren wurden nicht belohnt. Der Themen-Wahlkampf von Matthias Adl und seinem Team für die Stadt hat nicht den gewünschten Erfolg gebracht“, so Landesgeschäftsführer Bernhard Ebner. Stadler habe mit seinem Wohlfühlwahlkampf gepunktet.

Bei den Grünen wird Nicole Buschenreiter zurücktreten. Landesgeschäftsführer Hikmet Arslan: „Gemeinsam mit dem neuen Gemeinderat Markus Hippmann wird die Landesparteiorganisation ab sofort am Aufbau einer Neuausrichtung der Grünen St. Pölten arbeiten.“

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