Erstellt am 23. Mai 2017, 02:35

von Nikolaus Dopler

Gatterjagd: Aus bis 2029 angekündigt. Die 71 bestehenden Gatter sollen bis zur übernächsten Jagdperiode weichen.

Der Landesjagdverband will sicherstellen, dass auch in Zukunft „traditionell gejagt werden kann“.  |  bilderbox.com/Erwin Wodicka

„Wir wollen für eine zeitgemäße Jagd sorgen“, stellt ÖVP-Landeshauptfraustellvertreter Stephan Pernkopf klar. Noch vor dem Sommer soll eine Novelle durch den Landtag gebracht werden. Das Ziel: Die Gatterjagd soll in Niederösterreich bis zum Jahr 2029 auslaufen.

Zur endgültigen Entscheidungsfindung wurden „Profis mit an Bord geholt“, wie Stephan Pernkopf erklärte. So wurde gemeinsam mit BOKU-Universitätsprofessor Klaus Hackländer erarbeitet, ob die Gatterjagd ausgedient habe. Sein klares Urteil: Diese Form der Jagd trage weder zum Tierwohl noch der biologischen Vielfalt und dem natürlichen Lebensraum bei. Pernkopf: „Wir wollen den Lebensraum größer gestalten.“

Aktuell gibt es in Niederösterreich 71 umzäunte Eigenjagdgebiete, die gesamt rund 23.500 Quadratmeter umfassen. Die zwölfjährige Übergangsfrist werde zu Vorbereitung und Interessenausgleich aller Beteiligten genutzt. So sollen keine Schadenersatzzahlungen riskiert werden, so Stephan Pernkopf.

Der Verein gegen Tierfabriken (VGT) freut sich über das angekündigte Aus für die Gatterjagd in Niederösterreich. Damit sei de facto ein bundesweites Verbot erreicht worden, stellte Obmann Martin Balluch in einer Aussendung fest. Demnach habe man „gegen alle Unkenrufe aus der Jägerschaft“ der Mehrheitsmeinung zum Durchbruch verholfen.

Der Landesjagdverband will ein Gesamtpaket

Der NÖ Landesjagdverband forderte im Zusammenhang mit der Novelle zum Landesjagdgesetz ein Gesamtpaket zur Absicherung der nachhaltigen und waidgerechten Jagd. Dabei gehe es sowohl um eigentumsrechtliche als auch jagdethische und jagdpolitische Fragen, zumal „sichergestellt werden muss, dass in Niederösterreich auch in Zukunft flächendeckend und traditionell gejagt werden kann“, betonte Landesjägermeister Josef Pröll. Daher möchte sich der Landesjagdverband intensiv in die Diskussion einbringen.