Erstellt am 04. April 2017, 02:40

von Martin Gebhart

Landesrat Androsch zeigt groß auf. Treffen mit den NGOs aus Niederösterreich, Kritik an Kurz-Vorwürfen, soziale Debatte in St. Pölten.

SPÖ-Landesrat Maurice Androsch (3. v. r.) mit den Vertretern der NGOs: Thomas Wallisch, Leopold Rötzer, Ewald Sacher, Otto Kernstock, Christoph Riedl, Miriam Lehner und Hannes Zieselsberger.  |  Käfer

Im politischen Rätselraten rund um den Spitzenkandidaten der SPÖ bei der Landtagswahl 2018 ist sein Name noch nicht forciert worden. Dennoch zeigt er derzeit – abseits von Landesparteivorsitzendem Matthias Stadler – in der SPÖ politisch am meisten auf: der Waldviertler Landesrat Maurice Androsch. Zuletzt mit einem Treffen von Vertretern der NGOs (Nicht-Regierungs-Organisationen) aus Österreich. Oder einer Sozialdebatte im SPÖ-Lokal „Red Point“ in St. Pölten.

Das Treffen mit den Vertretern von Diakonie, Caritas, ASBÖ und Rotem Kreuz fand besondere Beachtung, weil just in dieser Woche VP-Außenminister Sebastian Kurz in der Flüchtlingspolitik mit Kritik an den NGOs aufhorchen hatte lassen. Androsch nutzte deswegen auch das Treffen für eine politische Breitseite in diese Richtung.

"Sie halfen dort, wo andere nicht mehr helfen konnten"

Er habe kein Verständnis für solch eine Kritik: „In den letzten 24 Monaten waren die NGOs in der Flüchtlingshilfe ein wichtiger und verlässlicher Partner des Landes Niederösterreich. Sie halfen dort, wo andere nicht mehr helfen konnten oder wollten. Kein anderes Bundesland hat in dieser Zeit so viele Grundversorgungsquartiere schaffen können wie Niederösterreich. Ohne das starke Engagement der Hilfsorganisationen sowie der vielen ehrenamtlichen Helfer wäre diese Leistung schwer möglich gewesen und die Flüchtlinge wären auf der Straße gelandet.“

Diskutiert wurde mit den NGO-Vertretern aus NÖ auch die Neuausrichtung in der Flüchtlingsarbeit in NÖ. Diese solle unter dem Motto „Integration von Anfang an“ stehen. Es ginge darum, rasch die Sprache Deutsch zu erlernen und sich für den Arbeitsmarkt zu qualifizieren. Derzeit befinden sich in NÖ 12.134 Personen in der Grundversorgung, 918 davon sind unbegleitete minderjährige Flüchtlinge. 72 Prozent der Gemeinden beteiligen sich intensiv an der Unterbringung und Integration.

SPÖ-Debatte über „Soziale Kälte“

Wenige Tage nach dem Treffen war Landesrat Maurice Androsch dann das politische Aushängeschild bei einer Diskussion über „Soziale Kälte“ im „Red Point“ in St. Pölten. Er kam dabei natürlich auf die Mindestsicherung in NÖ zu sprechen, deren Verschärfung er nicht wirklich mitgetragen hat. Androsch vor dem SPÖ-Publikum: „Die neue Verordnung bringt Einschnitte – nicht nur für Flüchtlinge, auch für Österreicher.“