Erstellt am 28. November 2017, 02:44

von Walter Fahrnberger

Kurzer Wahlkampf, lange Listen. ÖVP und SPÖ fixierten ihre 300 Wahlkreiskandidaten. Aufregung um FPÖ-Newcomerin Schuster.

VP-Landesparteiobfrau Johanna Mikl-Leitner und Landesgeschäftsführer Bernhard Ebner präsentierten die ÖVP-Wahlkreiskandidaten.    |  VPNÖ

Die Volkspartei Niederösterreich hat in der Vorwoche ihre 300 Bezirkskandidaten für die Landtagswahl am 28. Jänner 2018 präsentiert. Diese spielen in der eine entscheidende Rolle, kommen doch 21 der aktuell 30 Landtagsabgeordneten aus den Wahlkreisen. Neun schafften 2013 den Einzug über die Landesliste.

Allesamt werden sie wieder um Vorzugsstimmen kämpfen. Denn die ÖVP setzt wieder auf ihr bewährtes Modell: „Jede Vorzugsstimme ist gleich viel wert, es gibt keinen Reihungsbonus. Damit haben alle die gleichen Chancen“, betont Parteiobfrau Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner.

Gottfried Waldhäusl, Spitzenkandidat Udo Landbauer, Newcomerin Vesna Schuster und FPÖ-Landesparteiobmann Walter Rosenkranz wollen mit den Freiheitlichen in Niederösterreich kräftig zulegen.  |  FPÖ

Gelaufen wird aber erst ab 8. Jänner, wie Mikl-Leitner betont. Denn sie verspricht „den kürzesten Wahlkampf aller Zeiten“. Die aktuelle Landesliste will die ÖVP erst Mitte Dezember präsentieren.

Gleiches gilt für die SPÖ , die am Montag ebenfalls vorerst einmal die Wahlkreiskandidaten nominiert hat. Mit 298 sind es nur unbedeutend weniger als bei der ÖVP. Der Frauenanteil ist bei den Sozialdemokraten mit 48,6 Prozent etwas höher als bei der Volkspartei (44 Prozent). Beim Wahlauftakt am 6. Jänner wird die SPÖ NÖ ihr Arbeitsprogramm für die kommenden Jahre präsentieren. Sowohl ÖVP als auch SPÖ wollen einen fairen Wahlkampf führen.

Wirbel um Postings der FPÖ-Newcomerin

Neben ihren Wahlkreiskandidaten hat die FPÖ bereits ihre Landeslisten-Kandidaten beschlossen. Mit einer Überraschung. Hinter Spitzenkandidat Udo Landbauer und Klubobmann Gottfried Waldhäusl scheint die Unternehmerin Vesna Schuster (43) auf Platz drei auf. Das Kind einer serbischen Gastarbeiterfamilie ist in Melk geboren, lebt in St. Pölten und betreibt eine Firma in Wien. Mit eigenwilligen Postings hat Schuster bereits für Aufsehen gesorgt.

Unter anderem hatte sie im Bundespräsidentschaftswahlkampf auf Facebook einen Van der Bellen-Wähler übelst beschimpft: „DAS darf wählen und mitbestimmen??!! ... Ich könnte kotzen, wenn ich sehe für welche Kreaturen ich arbeite!... Du dummer Nichtsnutz, dir gehört die Wahlberechtigung entzogen..“ waren Schuster Zitate, die sie mittlerweile bedauert. „Das genannte Posting habe ich damals als Privatperson geschrieben. Die Wortwahl war ein Fehler, aus dem ich gerade viel lerne“, schreibt Schuster nun auf Facebook. Den offiziellen Wahlkampfauftakt begehen die Freiheitlichen beim Neujahrstreffen am 13. Jänner in Vösendorf.

Grüne haben Kandidatenlisten beschlossen

Niederösterreichs Grüne haben bereits beim Landesparteitag im März ihre Kandidatenlisten beschlossen. Klubobfrau Helga Krismer geht als Spitzenkandidatin ins Rennen. Dahinter folgen Georg Ecker aus Hollabrunn, die Waldviertlerin Silvia Moser und Amrita Enzinger. Aufgrund des gekürzten Wahlkampfbudgets wollen die Grünen laut Parteimanager Hikmet Arslan „im Wahlkampf überraschen“. Wie, bleibt noch geheim. Das Wahlkampfbudget wird jedenfalls am 15. Dezember offengelegt.

Was schon länger bekannt ist, wurde letzte Woche offiziell. Das Team Stronach tritt bei der Landtagswahl nicht mehr an.