Erstellt am 19. Januar 2018, 15:24

von NÖN Redaktion

Kolba: Antrag zur Cannabis-Liberalisierung für Medizin. Der Niederösterreich-Mandatar der Liste Pilz, Peter Kolba, möchte Erleichterungen für Schmerzpatienten erreichen.

Peter Kolba  |  APA

 Der Umgang mit Cannabis soll zumindest in der Medizin gelockert werden. Peter Kolba, niederösterreichischer Abgeordneter der Liste Pilz im Nationalrat, hat jetzt mit seinen Klubkollegen dazu einen Antrag im parlamentarischen Gesundheitsausschuss eingebracht.

Mit diesem der NÖN vorliegenden Entschließungsantrag wird Sozial- und Gesundheitsministerin Beate Hartinger-Klein (FPÖ) aufgefordert, einen Gesetzesvorschlag zur Liberalisierung von Cannabis für medizinische Zwecke vorzulegen.

In dem Antrag wird angeführt, dass es in Österreich rund 1,5 Millionen Schmerzpatienten gebe. Für diese stünden entweder Medikamente mit schweren Nebenwirkungen oder bisher nur synthetische Cannabis-Extrakte zur Verfügung. Die Präparate seien teuer, Kosten würden nicht immer von der Krankenkasse übernommen.

Kolba, der selbst Schmerzpatient ist, und die Liste Pilz begründen ihren Vorstoß für eine Lockerung damit, dass Präparate aus oder mit Cannabisblüten nicht nur billiger wären. Sie würden auch besser wirken, weil die Pflanze mehr als 500 Inhaltsstoffe aufweise.

Das sei mehr als  bei den derzeit legalen synthetischen Stoffen. Es sei medizinisch nachgewiesen, dass Cannabisblüten effektiv seien und „dass die Einnahme nicht süchtig macht“, heißt es in dem Antrag. Außerdem müssen Cannabisblüten nicht geraucht werden, sondern könnten als Extrakt oder in Form von Tee eingenommen werden.