Erstellt am 06. Februar 2018, 02:05

von Daniel Lohninger, Walter Fahrnberger und Carina Rambauske

Sesselrücken im Landtag. Nur 26 der 56 Abgeordneten sind dank der Ergebnisse in ihren Wahlkreisen gesetzt.

Wer kommt, wer bleibt, wer geht? Das Feilschen um die Sitze im Landtag hat begonnen. Die Ausgangsposition ist dabei klar: 26 der 56 Abgeordneten haben in ihren Wahlkreisen ein Direktmandat geholt. Sie sind damit fix im Landtag. 19 davon stellt die ÖVP. Über die Vergabe der weiteren zehn ÖVP-Mandate entscheidet der Landesparteivorstand Ende Februar.

Die besten Chancen haben dabei die erfolgreichsten Vertreter jener Bezirke, die aufgrund der geringen Einwohnerzahl keine Chance auf ein Direktmandat hatten – allen voran die Vorzugsstimmenkaiser Jürgen Maier aus Horn und Anton Erber aus Scheibbs. Margit Göll aus Gmünd hat auch gute Karten im Wettlauf um die Mandate, während Karl Bader aus Lilienfeld und Eduard Köck aus Waidhofen/Thaya so gut wie fix aus dem Rennen sind. Im Rennen um die sieben Bundesratsmandate der VP sind sie aber noch.

So gut wie fix über die Landesliste in den Landtag einziehen werden Bauernbunddirektorin Klaudia Tanner und Landesgeschäftsführer Bernhard Ebner. Nicht unwahrscheinlich, dass zudem jeweils ein Mandat an JVP-Landesobmann Bernhard Heinrichsberger (Tulln) sowie Wirtschaftsbündler Kurt Hackl (Mistelbach) geht und Marlene Zeidler-Beck (Mödling) das Frauen-Mandat erhält. Bleiben zwei Mandate, um die es derzeit noch Spekulationen gibt.

Auf eines hofft St. Pölten. Denn, obwohl die ÖVP in der Landeshauptstadt die SPÖ hinter sich hielt und sogar noch zulegen konnte, würde sie aktuell keinen Abgeordneten in der Landeshauptstadt stellen – wohl aber SPÖ und FPÖ. Das liegt daran, dass Stadtkandidat Markus Krempl-Spörk im wahlkreisinternen Rennen hinter den Bezirkskandidaten Doris Schmidl und Martin Michalitsch blieb, sich das dritte VP-Direktmandat aber um 342 Stimmen nicht ausging.

SPÖ hat nur sechs Mandate zu verteilen

Nicht weniger spannend verläuft das Rennen um die Mandate bei der SPÖ. Sieben der 13 Abgeordneten holten hier ein Direktmandat, womit der Landesparteivorstand nur mehr über die Vergabe von sechs Sitzen entscheidet. 2013 holte die SPÖ nur drei Direktmandate, konnte zehn frei vergeben. Jetzt kämpft die SPÖ deshalb um ihre selbstauferlegte Frauenquote, da mehr Direktmandate von Männern geholt wurden. Wer in den Landtag nun definitiv einzieht, entscheidet die SPÖ bis 12.

März. „Wir werden uns dabei auch die jeweiligen Ergebnisse genau ansehen“, erklärt der künftige Klubobmann Reinhard Hundsmüller.

Die FPÖ kann alle acht Mandate über die Landesliste besetzen. Nicht zuletzt durch die Causa Landbauer kam es hier am vergangenen Freitag noch zu erheblichen Adaptierungen. So sitzt künftig auch der 38-jährige Reinhard Teufel (Scheibbs), seit Dezember Herbert Kickls Kabinettschef im Innenministerium, im Landtag. Den Sprung dorthin schaffte auch Listenzehnte Ina Aigner (Korneuburg), die für den Bundesrat vorgesehen war, ebenso Listen-Dreizehnter Jürgen Handler (Neunkirchen). Listen-Neunter Michael Bernard (Mistelbach) zieht statt Aigner in den Bundesrat ein. Ebenso Landesgeschäftsführer Andreas Spanring aus Tulln. Insgesamt sind fünf der acht FPÖ-Abgeordneten neu, sobald Waldhäusl in die Landesregierung wechselt, kommt ein sechster Neo-Abgeordneter dazu.

Einiges neu ist auch bei den Grünen. Nur Helga Krismer (Baden) war bereits Abgeordnete, Georg Ecker (Hollabrunn) und Silvia Moser (Zwettl) sind erstmals im Landtag. Die NEOS sind dort überhaupt zum ersten Mal vertreten – mit Indra Collini und Edith Kollermann (beide Mödling) und Helmut Hofer-Gruber (Baden).